Bewahren nicht plündern!

Derzeit haben angeblich „konservative“ Manifeste und Aufrufe Konjunktur. Wer genauer hinschaut und die Texte liest stellt schnell fest, dass die Autorinnen und Autoren sich um das „Bewahren“ – also um die eigentliche Bedeutung des lateinischen Wortes „conservare“ – wenig bis gar nichts scheren. Es fällt auf, dass in den angeblich konservativen Texten die „Bewahrung der Schöpfung“ als Thema völlig fehlt. Auch die Sorge um die Atmosphäre, um Artenreichtum, Bodenleben und die Vielfalt der Lebensräume für Flora und Fauna kommt nicht vor. Vor allem aber: Die Korrektur des irrsinnigen Verschwendungs-Lebensstils in den Industrieländern interessiert diese Pseudo-Konservativen in keiner Weise.

Erneut zeigt sich, dass die politische Rechte nicht nur national-egoistisch, völkisch-ausgrenzend und somit fern des Grundgesetzes denkt und agitiert, sondern auch antiökologisch und neoliberal-ökonomistisch eingestellt ist. Diese Haltungen haben in der Vergangenheit umfassend zerstörerisch gewirkt. Zerstörung aber ist das Gegenteil von Bewahrung. Der neue Konservatismus ist so gesehen eine Lüge: Das Bewahren ist seine Sache nicht; vielmehr will er die Zerstörung der Biosphäre weiterhin tolerieren und schlimmstenfalls weiter beschleunigen.

Als die ÖDP gegründet wurde, trat sie unter dem Motto „Bewahren nicht plündern!“ an. Diese Aussage ist wahrhaft konservativ.

Bernhard Suttner

Bernhard Suttner

Jahrgang 1949, studierte Politikwissenschaft, Pädagogik sowie Christliche Gesellschaftswissenschaften und arbeitete anschließend als freiberuflicher Referent in der Erwachsenenbildung. 1978 gehörte er zu den Gründern der „Grüne Aktion Zukunft“, verließ diese 1980 wieder und gründete 1982 die ÖDP mit. Von 1991 bis 2011 war er Landesvorsitzender der ÖDP Bayern. Seit 2011 ist er ihr Fachbeauftragter für Grundsatzfragen.

 

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