Familienzeit


Nach Urlaub und Ferien scheiden sich jedesmal die Geister: Die einen Familien sind froh, dass alle wieder separiert in Arbeit, Schule und Kita leben können. Die anderen sind traurig darüber, dass jetzt wieder Zeitarmut und Zeitnot regieren. Ich hoffe, dass die zweite Gruppe größer ist. Zeit füreinander haben, gemeinsam was erleben, mit weniger Stress und Hetze den Alltag managen – das hat gut getan und fehlt jetzt nach Urlaub und Ferien wieder.

Familien brauchen Zeit. Das wissen eigentlich alle. Aber es gibt keine echte Zeit-Politik für Familien. Fast alles läuft darauf hinaus, Eltern das Leben mit Kindern auszureden. Vollzeit-Jobs, Ganztagsschulen und Rund-um-die Uhr-Kitas sollen als Ideal erscheinen. Die Separierung im Alltag soll auf die Spitze getrieben werden: Je früher und je länger Kinder und Eltern ihre voneinander getrennten Zeiten und Orte als „Normalzustand“ erleben, desto moderner und besser sei eine Gesellschaft organisiert – so das Mantra der allermeisten Studien und Empfehlungen.

Das Urlaubserlebnis (siehe oben!) fällt so oder so aus – je nachdem ob das Bewusstsein der Menschen schon „zeitgemäß gepflegt“ ist. Kinder wünschen sich in aller Regel – etwas altmodisch – die Fortsetzung des Urlaubsfeelings auch nach den Ferien. Sie wünschen sich viel gemeinsame Zeit – zumindest vor der Pubertät.

Bernhard Suttner

Bernhard Suttner

Jahrgang 1949, studierte Politikwissenschaft, Pädagogik sowie Christliche Gesellschaftswissenschaften und arbeitete anschließend als freiberuflicher Referent in der Erwachsenenbildung. 1978 gehörte er zu den Gründern der „Grüne Aktion Zukunft“, verließ diese 1980 wieder und gründete 1982 die ÖDP mit. Von 1991 bis 2011 war er Landesvorsitzender der ÖDP Bayern. Seit 2011 ist er ihr Fachbeauftragter für Grundsatzfragen.

 

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