Plastikflaschen werden leider allzu häufig achtlos in unsere Gewässer geworfen. – Foto: efes/pixabay.com

Kompass Orange

Selbsterklärend?

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Man glaubt es nicht – es gibt ein neues Aufreger-Thema: Verschlüsse an Plastikflaschen müssen jetzt dranbleiben. Ja, was fällt den „Idioten da oben“ denn noch alles ein, um das „Volk zu knechten“? So hetzt es aus der rechten Ecke. Ein ehemaliger Spitzenbeamter namens Hans-Georg Maaßen macht gerne mit. Selbst Leitartikler seriöser Zeitungen regen sich über Schwierigkeiten beim Trinken aus der Colaflasche auf.

Wer schon mal ein Foto vom Mageninhalt eines verendeten Seevogels oder eines Wals gesehen hat der weiß, warum die neue Regel kein Blödsinn ist: Milliarden von Plastikverschlüssen sind ein wesentlicher Teil der Meeresverschmutzung. Die bunten Dinger liegen nicht nur am Strand; sie schwimmen an der Wasseroberfläche. Meerestiere verwechseln die Kapseln mit Fressbarem. Die Folgen sind traurig.

Die neue EU-Regel versucht, dieses Problem einzudämmen. Dass bei vielen Leuten nur ankommt, dass „denen da oben“ wieder „so ein Irrsinn“ eingefallen ist, hängt mit schlechter Kommunikation zusammen: Politische Profis meinen oft, dass Regelungen „selbsterklärend“ sind. Begründungen werden oft nur im „Kleingedruckten“ emotionslos geliefert. Beim „Volk“ kommt wenig bis nichts an. Spürbar wird nur, dass etwas anders und vielleicht auch ein wenig unpraktischer geworden ist. Böswillige Akteure wie der mehrfach gescheiterte Ex-Verfassungsschützer Hans-Georg Maaßen nutzen so ziemlich alles, um ihre zerstörerischen Absichten voranzubringen. Sie wollen die Stimmung vergiften.

Es bleibt als Lehre: Wer sinnvolle Regelungen schlecht begründet, macht einen schweren Fehler. Nichts ist selbsterklärend. Es wäre im Fall der Flaschenverschlüsse so einfach: „Wir müssen Wale, Fische, Vögel und Badestrände vor dem Elend der Meeresverschmutzung schützen. Deshalb bleiben die Verschlüsse jetzt an der Flasche. Das Plastikproblem ist damit nicht gelöst. Aber ein Schritt ist gemacht.“