Wissenschaft muss Farbe bekennen

Immer vor und während einer großen Klimakonferenz häufen sich die Interviews mit hochkarätigen Wissenschaftlern in den Medien aller Art. Die Botschaften sind in der Regel düster: Wenn nicht rasch das Ruder herumgerissen wird – Kohleausstieg, hohe Preise für CO2, ökologische Steuerreform – droht die Erhitzung auf plus 5 Grad! Meist gibt es zum Ende des Interviews die Frage: „Und was kann jeder einzelne tun?“ Die Antworten sind immer die gleichen: „Weniger mit dem Auto fahren, weniger Fleisch essen, die Heizung zurückzudrehen und das Fahrrad benutzen…“ Verschwiegen wird fast immer, dass jeder einzelne in der Demokratie auch für die Auswahl der Entscheider in den Parlamenten und Regierungen verantwortlich ist. Hier fehlt die Klarheit (oder ist es der Mut?) vieler Klimaforscher. Wie wäre es, wenn sich während der aktuellen Bonner Klima-Konferenz eine Initiative von Wissenschaftlern zusammenfände, die der Wählerschaft ihre Verantwortung für die Abwehr der großen 5-Grad-plus-Katastrophe deutlich macht? Wird bald einmal ein Klimaforscher die „Was kann jeder tun?“-Frage so beantworten: „Keine Stimme für die AfD-Leugner des Klimaproblems! Keine Stimme für die Kohle-Fans von Union und SPD! Keine Stimme für die Verharmloser von der FDP!“

Wissenschaft muss Farbe bekennen.

Bernhard Suttner

Bernhard Suttner

Jahrgang 1949, studierte Politikwissenschaft, Pädagogik sowie Christliche Gesellschaftswissenschaften und arbeitete anschließend als freiberuflicher Referent in der Erwachsenenbildung. 1978 gehörte er zu den Gründern der „Grüne Aktion Zukunft“, verließ diese 1980 wieder und gründete 1982 die ÖDP mit. Von 1991 bis 2011 war er Landesvorsitzender der ÖDP Bayern. Seit 2011 ist er ihr Fachbeauftragter für Grundsatzfragen.

 

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