Unter anderem für Journalisten und Nichtregierungsorganisationen soll es nach dem Willen der Bundesregierung künftig deutlich schwieriger sein, Informationen über staatliches Handeln zu erhalten. Foto: geralt / pixabay.com

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Koalition will Informationsrecht der Bürger beschneiden

ÖDP kritisiert Schleifung der Auskunftspflicht unter dem Deckmantel von Spionageabwehr und Terrorismusbekämpfung.

Die Koalition im Bundestag legt die Axt an eines unserer wichtigsten Bürgerrechte. Damit gefährdet sie ein elementares Grundrecht und beschneidet die Mitwirkung in der Demokratie. Die Parlamentarier wollen das Informationsfreiheitsgesetz von 2006 beschneiden. Im Koalitionsausschuss vereinbarten Union und SPD unter „Punkt 32“ ihrer geplanten „Reformen“, „die Auskunftsrechte künftig auf natürliche Personen (zu) fokussieren, die ein berechtigtes Interesse an einer Auskunft haben“. Klingt erstmal harmlos. Hat aber weitreichende Konsequenzen, wie der SPIEGEL recherchierte: Die Regierung wolle etwa künftig prüfen, „ob wir den Kreis der betreffenden Personen auf in Deutschland lebende Deutsche und Unionsbürger beschränken“.

Opposition, Journalistenverbände und andere Nichtregierungsorganisationen laufen gegen die versteckte Abschaffung eines unserer wichtigsten Auskunftsrechte Sturm. Staatliches Handeln werde der Kontrolle entzogen, wenn Dokumente nur geschwärzt zur Verfügung gestellt würden. Dass Bürger und Bürgerinnen sich sehr wohl für Handlungen des Staats interessieren und Auskünfte wünschen, zeigen Zahlen. Laut Auskunft des Portals „Frag den Staat“ haben bislang mehr als 300.000 von ihrem Informationsrecht Gebrauch gemacht.

 


 

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