Noch ein Versuch
18. September 2026
Bisher ist es mit den allerbesten Argumenten nicht gelungen, in Deutschland ein allgemeines Tempolimit auf den Autobahnen einzuführen. Weniger Tote und Verletzte durch weniger Unfälle, weniger Luftverschmutzung, weniger Zeitverluste durch besseren Verkehrsfluss, weniger Stress und in der Folge weniger Krankheiten – alles nicht so wichtig?
Es hat nie geklappt. Alle genannten Vorteile wurden vielfach und von seriösen Forscherinnen und Forschern nachgewiesen und beschrieben. Die aktuelle geopolitische Lage liefert weitere Gründe: Der Abfluss von Kapital aus unserer Volkswirtschaft in Richtung zweifelhafter Empfänger explodiert geradezu – der hohe Ölpreis macht nicht nur den Privathaushalten und der mittelständischen Wirtschaft zu schaffen. Er schadet dem Ganzen.
Da die Konzerne, die uns fossile Energie verkaufen, eine engagierte Ministerin auf ihrer Seite haben, wird wohl die vielfach geforderte „Übergewinnsteuer“ nicht kommen. Hat eigentlich schon einmal jemand beachtet, dass auch durch reduzierten Absatz der Übergewinn der Öl-Multis eingeschränkt werden könnte?
Wenn den Regierenden (und vielen Regierten) in unserem Land die Gesundheit, das Klima und die Vermeidung von Unfällen auf der Straße nicht so wichtig zu sein scheinen, dann könnte ja vielleicht die Wut auf die Ölkonzerne etwas bewirken. Es wäre nicht das edelste Motiv für ein Tempolimit, aber vielleicht eines, mit dem man neue Unterstützer für eine längst überfällige Maßnahme gewinnen könnte: Wir fahren defensiv und langsamer, benötigen auf diese Weise weniger Treibstoff und zeigen dem Kartell fröhlich die Macht der Verbraucher!
Noch eine Idee (oder ein kleiner Scherz): Die Bundesregierung könnte das Tempolimit erst mal zeitlich begrenzen und ankündigen, dass es wieder aufgehoben wird, sobald der Treibstoffpreis dauerhaft unter 1,70 Euro gesunken ist.

