ÖkologiePolitik: Wirtschaft, Arbeit, Menschenwürde
1. September 2026
Wirtschaft, Arbeit – und die Menschenwürde?
Liebe Leserinnen und Leser,
der Sommer 2026 war von zwei Ereignissen geprägt: zum einen von der außergewöhnlichen Hitze – ein Vorgeschmack auf das, was uns durch die Klimaerwärmung erwartet. Zum anderen von den stetig steigenden Umfragewerten der AfD – einer Partei, die die Klimaerwärmung konsequent leugnet. Wie passt das zusammen? Gar nicht. Aber es geht bei der wachsenden „Beliebtheit“ der AfD wohl nicht um die Klimaerwärmung. Es geht wahrscheinlich nicht mal um die AfD selbst. Denn die hat ein wirres Programm und ein wirres Spitzenpersonal ohne jedes Charisma. Doch worum geht es dann?
Der Kulturphilosoph Robert Pfaller bezeichnet das Wählen der AfD als lautstarkes Rülpsen, um seinen Unmut über die Politik der letzten Jahre kundzutun, um seiner aufgestauter Wut Ausdruck zu verleihen, um „es denen da oben mal so richtig zu zeigen“. So gesehen ist die AfD also nur Symptom einer tiefen Gesellschaftskrise. Suchen wir nach deren Ursachen, so sind wir beim diesmaligen Heftthema der ÖkologiePolitik: Wirtschaft, Arbeit, Menschenwürde.
Die Umgestaltung unserer sozialen zu einer neoliberalen Marktwirtschaft, die Globalisierung, der Abbau von Arbeitsplätzen, die Kürzung der Renten, die Einsparungen im Gesundheitswesen – während die Börsenkurse steigen, die Vermögen der Milliardäre steigen, die Zahl der Milliardäre wächst. Und nun auch noch künstliche Intelligenz. Das erzeugt viel Unsicherheit, Stress und Angst. Und wenn die Politik dann auch noch als unehrlich und ungerecht empfunden wird, entsteht Wut und oftmals eine Flucht ins Irrationale. Autoritäre Bewegungen feiern eine Renaissance. Weil sie mit simplen Denkmustern, Feindbildern und Sündenböcken agieren – und damit die wachsende Sehnsucht nach Ordnung, Klarheit und Sicherheit geschickt bedienen.
Wie lässt sich der Rechtsruck stoppen? Wohl primär durch eine bessere Wirtschafts- und Arbeitspolitik, in der nicht die Profitinteressen großer Konzerne und einflussreicher Milliardäre, sondern das Gemeinwohl – inklusive Umweltschutz! – und die Würde des Menschen im Mittelpunkt stehen. Nur so lässt sich das Vertrauen der Menschen in unsere Demokratie zurückgewinnen.
Viel Spaß beim Lesen, Nachdenken und Diskutieren wünschen Ihnen Ihre
Günther Hartmann und Jan Altnickel
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Inhalt der ÖkologiePolitik 204
ÖkologiePolitik im Dialog am 22.10.2026 zum Thema „Wirtschaft, Arbeit, Menschenwürde“
Die Arbeitswelt ist im Umbruch: Kriegerische Auseinandersetzungen, Kriminalität, Ressourcenknappheit, Billigimporte, Handelskonflikte, steigende Preise, Umweltfaktoren, technologische Innovationen und der demografische Wandel setzen Unternehmen und ihre Beschäftigten unter enormen Druck. Wer sich als weniger leistungs- und anpassungsfähig erweist, hat schnell wirtschaftlich und damit auch sozial das Nachsehen, denn Teilhabe hängt allzu oft vom Einkommen ab. Wirtschaftliche Krisenzeiten offenbaren daher auch, welchen Status der Menschenwürde beigemessen wird. Dürfen Menschen Schwäche zeigen, Fehler machen und daraus lernen? Wie weit sollten in einem resilienten System das Recht des Stärken einerseits und universelle Werte andererseits gelten? Welche grundlegenden Reformen bräuchte es, damit die Wirtschaft dauerhaft dem Menschen und dem Leben allgemein dienen kann?
Solchen und ähnlichen Fragen gehen wir in einer Online-Veranstaltung am 22.10.2026 um 19:00 Uhr zur neuen Ausgabe der ÖkologiePolitik mit dem Titel „Wirtschaft, Arbeit, Menschenwürde“ auf den Grund. Gespannt erwarten wir an diesem Abend bei „ÖkologiePolitik im Dialog“ u. a. die folgenden Gäste:
- Thomas Schiffelmann: Als Wirtschaftswissenschaftler arbeitete er in mehreren Unternehmen und ist seit 2011 im gemeinnützigen Sektor tätig. In der ÖDP war er vier Jahre lang stv. Bundesschatzmeister. Seit 2024 ist er Vorstandsvorsitzender der ÖDP-nahen Maria Opitz-Döllinger Stiftung. Aktuell promoviert er zu „Menschenwürde in der Wirtschaft“ (zum Beitrag).
- Manuela Ripa: Die Volljuristin ist seit 2020 Abgeordnete der ÖDP im Europaparlament. Sie ist dort Mitglied in den Ausschüssen für Kultur und Bildung, für Umwelt, Klima und Lebensmittelsicherheit, für öffentliche Gesundheit sowie für die Rechte der Frauen und die Gleichstellung der Geschlechter. Im Parlament engagiert sie sich, neben Themen wie dem Tierwohl, der Biodiversität und dem Klima-, Umwelt- sowie Gesundheitsschutz, auch für das Wirtschaften innerhalb planetarer Grenzen im Rahmen der Postwachstumsökonomie. Dazu hat sie bereits mehrere Konferenzen im Europäischen Parlament organisiert sowie eine Studie dazu in Auftrag gegeben (zum Beitrag).
- Prof. Dr. Dr. Elmar Nass: Mit einer abgeschlossenen Ausbildung zum Bankkaufmann in der Tasche, studierte er anschließend Philosophie, Theologie und Sozialwissenschaft. 1994 wurde er zum Priester geweiht. Ab 2013 arbeitete er als Professor für Wirtschafts- und Sozialethik bzw. als Lehrstuhlinhaber für Christliche Sozialwissenschaften und gesellschaftlichen Dialog (zum Beitrag).
- Andreas Dohmen: Nach einem Studium der Kernphysik, Informatik (KI) und Betriebswirtschaftslehre arbeitete er als Manager bei großen IT-Unternehmen sowie als selbstständiger Unternehmensberater und Coach. In den 2010er-Jahren studierte er zudem berufsbegleitend Ethik. Heute arbeitet er vornehmlich als freier Dozent (zum Beitrag).
- Dr. Peter Schneider: Der studierte Informatiker promovierte in Volkswirtschaftslehre und arbeitete in der IT-Beratung sowie in verschiedenen Führungspositionen im Controlling. Ehrenamtlich hat er sich bereits viele Jahre und in unterschiedlichen Funktionen in der ÖDP engagiert – u. a. als stv. Bundesvorsitzender und als Mitglied der Bundesprogrammkommission (zum Beitrag).
Wenn Sie am 22.10.2026 den Konferenzraum der Veranstaltung betreten möchten*, klicken Sie bitte auf folgende Schaltfläche:
ÖkologiePolitik im Dialog: Wirtschaft, Arbeit, Menschenwürde* Hinweise: Einlass ab 18:50 Uhr. Die Veranstaltung wird aufgezeichnet und die Aufzeichnung veröffentlicht; wer nicht erkennbar sein will, kann sich mit einem fiktiven Namen anmelden.
Teilnahme per Telefon:
- Telefonnummer wählen: 02195 9449964
- PIN eingeben: 867 752 699
Falls Sie die viermal im Jahr erscheinende ÖkologiePolitik noch nicht regelmäßig bekommen, können Sie die Printausgabe für 20,- Euro oder die PDF-Version für 10,- Euro im Jahr abonnieren und sind damit immer bestens für „ÖkologiePolitik im Dialog“ vorbereitet.
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