Leserbriefe

Leserbrief zur kommenden Agrarförderperiode

Ulrich M. Sorg aus 86643 Rennertshofen schreibt:

 

Die kommende Agrarförderperiode muss den Schutz der Naturgüter besser honorieren

Öffentliches Geld vor allem für öffentliche Leistungen

Die künftige Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) 2028–2034, respektive die Richtung der Förderung muss von der EU als Vorgabe kommen. Dennoch, die EU-Mitgliedstaaten haben eine starke Stimme. Die bisherige Agrarförderung ist bisher wesentlich an die bewirtschaftete Fläche gekoppelt (Direktzahlungen). Die Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) unter Vorsitz von Prof. Dr. Peter Strohschneider gab dazu bereits 2021 einen wegweisenden Vorschlag. Ich befürworte genau diesen grundlegenden Wechsel: Nicht die Größe der Fläche, sondern die gesellschaftliche Leistung eines landwirtschaftlichen Betriebs, der konkrete Schutz der Naturgüter, muss bei der Landnutzung künftig stärker honoriert werden. Mein Vorschlag lautet: Ökologie, wirtschaftliche Tragfähigkeit und gesellschaftliche Erwartungen zusammenzuführen, statt sie gegeneinander auszuspielen. Die Agrarförderung muss Biodiversität fördern, Humus aufbauen, Gewässer schützen und die Klimaemissionen deutlich reduzieren. Diese ökologische Transformation kann nur mit den Bäuerinnen und Bauern gelingen. Die GAP darf nicht weiter schlechtere Erzeugerpreise durch Subventionen kompensieren. Der Agrarökonom Prof. Dr. Alfons Balmann am Leibnitz-Institut in Halle nannte diese Förderungen und Steuervergünstigungen „süßes Gift“.Ein lächelnder Mann in Lederjacke und Hut lehnt auf einem Geländer. In den Händen hat er einen Fotoapparat. Foto: Ulrich M. Sorg

Der Schutz der Naturgüter muss künftig deutlich in den Vordergrund der Agrarförderung kommen. Intakte humusreiche Böden, lebendige Moore und natürliche Flusslandschaften speichern Wasser, kühlen die Landschaft, binden CO₂ und können uns vor den Folgen von Extremwetter zudem deutlich besser schützen als bisher.

Das ist für mich Verantwortung für kommende Generationen sowie für den ländlichen Raum und muss zum Grundsatz für die künftige Agrarförderung werden.

 

Ulrich M. Sorg, Jahrgang 1951, Dipl. Ing. (FH) Landespflege, war mehrere Jahrzehnte im Natur- und Moorschutz tätig; Frei Schreibender für Landschafts- und Natur-Wirknetze; Mitglied im Verein für Nachhaltigkeit e. V.; Weggefährte im Leipheimer Kreis; Mitarbeit im ÖDP-BAK Natur- und Artenschutz.

 

Weitere Hinweise:

Abschlussbericht der Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) 2021: https://www.bundesumweltministerium.de/download/abschlussbericht-der-zukunftskommission-landwirtschaft

Bayerisches Landwirtschaftliche Wochenblatt 2026 (Abo-Schranke): https://www.wochenblatt-dlv.de/maerkte/landwirtschaft-unsicheren-zeiten-foerdergeld-verhindert-notwendigen-wandel-586336 2026; Internetabruf 19.10.2026

Balmann, Alfons (2025): Die neue EU-Kommission: Was ist aus Brüssel zu erwarten? Präsentation bei der Agrarfinanztagung des DBV in Berlin, 8. April 2025, Folie 13, „Unbequeme Wahrheiten“.

 

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