Die Wirtschaft sollte diverser werden
21. September 2026
Stuttgart ist eine bedeutende Wirtschaftsmetropole. In der Regionalversammlung des Verbands Region Stuttgart nimmt die ÖDP seit 1994 und Mathias Rady als Regionalrat seit 2019 Einfluss auf die Entwicklung der regionalen Wirtschaft.
Interview mit Mathias Rady
ÖkologiePolitik: Herr Rady, was bewegt Sie als ÖDP-Mitglied zu Ihrem Engagement in der Regionalversammlung?
Mathias Rady: Bei der Aufstellungsversammlung 2019 wollte niemand sonst auf Platz 1 der Liste. Nach der ersten Legislatur wollte ich aber auf jeden Fall wieder auf Listenplatz 1, da die ÖDP mit nur zwei Sitzen sehr viel erreicht hatte und die Arbeit auch noch Spaß machte – was auch zum Glück wieder klappte.
Welche Themen sind Ihnen wichtig und was konnten Sie hier bereits erreichen?
Mir persönlich ist der Radverkehr wichtig. Ich konnte erreichen, dass der Verband Mobilitätsstationen unterstützt: kostenlose, gesicherte Fahrradabstellung bei Benutzung des ÖPNV. Aber auch für den fahrradfreundlichen Ausbau der S-Bahn beim neuen Re-Design und die Bezuschussung von Reparatursäulen und Ladesäulen für Fahrräder/E-Bikes habe ich mich eingesetzt. Direkt erreicht haben wir von der ÖDP zudem die Einführung des 15-Minuten-Takts am Samstag bei der S-Bahn, eine Entschädigung für Bahn-Pendler*innen wegen der Nutzung von Ersatzbussen und die Einrichtung von Fischkinderstuben im Neckar.
Sie sind stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung der Regionalversammlung. Inwiefern kann das Gremium die Transformation der regionalen Wirtschaft beeinflussen?
Wir können durch finanzielle Unterstützung die Wirtschaft in die von uns gewünschte Richtung bewegen und durch Ausweisung von Industrie-Standorten mit ÖPNV-Anbindung die Ansiedlung gezielt in die regionalplanerische Richtung platzieren.

Zusätzlich haben wir die Möglichkeit, über Netzwerke und Veranstaltungen Unternehmen aus verschiedenen Branchen zusammenzubringen. Darum kümmert sich die „Wirtschaftsförderung Region Stuttgart“. So können Unternehmen außerhalb des eigentlichen Betätigungsfeldes neue Chancen finden. Wir sind im Regionalverband auch an GmbHs beteiligt, die sich um neue Arbeitsfelder kümmern. So bin ich selbst Aufsichtsrat in der BioRegio STERN Management GmbH. Das Unternehmen fördert als Wirtschaftsentwickler neue, innovative biotechnologische Entwicklungen. Oder die Gigabit Region Stuttgart GmbH, die den Ausbau des Glasfaserkabels beschleunigt.
Durch das von der Region unterstützte Welcome-Center werden Fachkräfte aus dem Ausland betreut und an die Hand genommen.
Des Weiteren haben wir uns auf die Fahne geschrieben, für die Start-up-Landschaft in der Region ein Ökosystem zu schaffen. Außerdem gibt es über Kofinanzierungen Förderungen im KI- oder Innovationsbereich.
Was sollte sich Ihrer Meinung nach in der Wirtschaft ändern?
Die Wirtschaft sollte diverser werden. In der Region Stuttgart ist der Großteil der Wirtschaft auf das Automobil fokussiert und mit der Transformation zur Elektromobilität gehen viele Arbeitsplätze verloren, die über Altersteilzeit sozialverträglich abgebaut werden. Was aber am Ende vom Tag für junge Menschen keine Hilfe ist, in die Arbeitswelt zu kommen. Hier muss es neue Industriezweige geben, um aus der Region Stuttgart kein Detroit 2.0 oder Ruhrpott 2.0 zu machen.
Herr Rady, herzlichen Dank für das interessante Gespräch.









