Die ÖDP-Europaabgeordnete Manuela Ripa im Vatikan. Foto: Manuela Ripa

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Dieser Papst-Besuch setzt ein Zeichen

Als Europaabgeordnete der ÖDP besuche ich gemeinsam mit der EVP-Fraktion Papst Leo XIV. Die Audienz fällt in eine Zeit, in der der erste US-amerikanische Papst auf dem Stuhl Petri ausgerechnet aus seinem Heimatland angegriffen wird. Gerade weil Leo XIV. Amerikaner ist, versuchen Teile der US-Regierung, ihn für eigene Zwecke zu vereinnahmen. Namen wie Marco Rubio oder JD Vance stehen exemplarisch für eine Politik, die Religion als Machtinstrument begreift. Doch Leo zieht hier eine klare Grenze: Kirche ist keine verlängerte Werkbank politischer Interessen.

Im Zentrum seines Wirkens steht ein universeller Begriff der Nächstenliebe. Sie gilt allen Menschen – unabhängig von Herkunft, Nation oder Nähe. Diese Haltung ist gerade in Zeiten globaler Spannungen von entscheidender Bedeutung.

Ebenso entscheidend ist der ökologische Auftrag der Kirche. Mit „Laudato si’“, geprägt von Papst Franziskus und weiterentwickelt durch seine Nachfolger, wird eine ganzheitliche Ökologie formuliert, die Umwelt- und Naturschutz, soziale Gerechtigkeit und Verantwortung für kommende Generationen verbindet. In einer Zeit von Klimakrise, Artensterben und Ressourcenknappheit braucht es genau diese moralische Klarheit. Der Papst sollte diesen Schwerpunkt weiter stärken – ebenso wie seinen Einsatz für Frieden in einer Welt, die zunehmend von Konflikten geprägt ist.

Politik kann und sollte sich an diesen Maßstäben orientieren, ohne sie zu vereinnahmen. Kirche liefert moralische Orientierung – sie darf jedoch nicht zum Instrument politischer Macht werden.

Der Besuch bietet daher für mich eine wichtige Chance: für einen ehrlichen Dialog über Frieden, Verantwortung und den Schutz unserer gemeinsamen Lebensgrundlagen. Denn beides gehört untrennbar zusammen – der Einsatz für die Schöpfung und der Einsatz für den Frieden.

 


 

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