Kakao-Bohnen und andere Produkte sollten das Fair-Trade-Siegel tragen. – Foto: ClickerHappy/pixabay.de

Kompass Orange

Chancen nutzen

Die Freude über einen Erfolg gehört zum Menschen. Der Genuss von ein wenig Schulterklopfen gehört dazu – selbst wenn man sich dieses Schulterklopfen selber geben muss, weil andere es gar nicht merken, wie gut man eine Chance genutzt hat.

Umgekehrt ist man nicht zufrieden, wenn man unter seinen eigenen Möglichkeiten geblieben ist. Da wäre mehr drin gewesen, da habe ich eine Chance verpasst – da kann ich mir nicht einmal selber Beifall klatschen.

Wir hatten gerade wieder „Faire Woche“ in Deutschland. Diese bundesweite Aktion hat ein einziges Ziel: Es sollen Menschen dafür gewonnen werden, beim täglichen Einkauf den Blick zu weiten und die Lage der Erzeugerinnen und Erzeuger von Produkten wie Kakao, Kaffee, Tee, Reis oder Baumwolle mit zu bedenken. Wir entscheiden mit, ob die Arbeit von Menschen im globalen Süden wertgeschätzt wird.

Fast mit jedem Einkauf greifen wir alle ein wenig in das Schicksal von Menschen ein: Wir können ungerechte Verhältnisse gleichgültig tolerieren und nehmen, was gerade besonders günstig angeboten wird. Oder aber wir können diese Verhältnisse verbessern, indem gezielt Produkte mit dem Fair-Trade-Siegel gekauft werden.

Wer würde sich nicht auf die Schulter klopfen, wenn es ihm gelänge, einer Familie irgendwo auf der Erde das Leben etwas zu erleichtern, einen Arztbesuch zu ermöglichen, den Schulbesuch der Kinder mit zu bezahlen oder das Tilgen eines Kleinkredits zu sichern?

Fair-Trade-Produkte haben diesen Mehrwert: Sie machen irgendwo auf dieser Erde arbeitenden Menschen das Leben leichter und sie geben uns die Chance, nicht unter unseren Möglichkeiten zu bleiben. Jeden Tag. Nicht nur in der jährlichen „Fairen Woche“.

 


 

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