Neue Perspektiven am orangenen Stand
28. September 2026
Wenn Sie in Großbritannien politisch Stellung beziehen wollen, dann sagt man, „make a stand“. Und ja, einen Stand machen auch wir gerne, mitten in der Stadt, und meist weit weg von blau und zwischen gelb und grün, mit orangenen Karotten wedelnd, umrahmt von Plastikwindrädchen auf der rechten Seite und Pappwindrädchen auf der linken. Und dann kommt sie, die Frage schlechthin, von ohnehin desinteressierten Passanten, und trotzdem immer knifflig: Warum geht ihr nicht einfach mit denen zusammen?
Ja, warum eigentlich nicht? Klar, uns beiden geht es um Natur und Umwelt, das haben wir gemein und dies führt oft auch zu Missverständnissen, wenn es um unsere politische Einordnung geht. Nur sind wir bei genauerer Betrachtung keine „frustrierten Grünen“, und auch sonst keine Öko-Protestpartei, denn unsere Grundidee ist eine andere. Die Goldene Regel, sprich, dass wir zuerst einmal nicht an uns selbst, sondern an andere denken – und dies schließt in der Tat Mensch, Natur und unsere Erde insgesamt mit ein – unterscheidet uns von anderen Parteien, und dies sogar fundamental und zugleich zweifach.
Erstens ist unsere Goldene Regel kein „Ismus“, keine klassische Ideologie à la Liberalismus oder Sozialismus, sondern ein Ansatz auf einer Meta-Ebene, der sich folgerichtig im klassischen politischen Spektrum nicht fest verankern lässt und sowohl liberale, linke als auch konservative Ideen, jedoch niemals starre Ideologien, in sich vereinen kann. Es geht uns also nicht darum, a priori eine wie auch immer getönte blau nationale, gelb liberale oder rot soziale Brille aufzusetzen, durch die wir dann die Welt um uns herum betrachten, sondern darum, dass wir von der anderen Seite durch die Brille schauen. Es geht, kurz gesagt, um einen Perspektivwechsel vom Ich zum Wir. Daher sind wir eine Naturschutz-Partei im ökologischen, eine Gemeinwohl-Partei im sozialen und eine „Mensch vor Profit“-Partei im wirtschaftlichen Kontext.
Und das ist der zweite große Unterschied, auch zu anderen uns durchaus nahestehenden Parteien. Denn mit einer
kategorischen Wertschätzung von Mensch, Natur und unserer Erde unterscheiden wir uns grundsätzlich von den Ich-bezogenen Ansätzen und der Ich-bezogenen Politik der anderen, egal ob sie nun auf der linken oder rechten Seite stehen, mit oder ohne Windrädchen. Es geht uns weder um unsere eigenen kurzfristen und meist ökonomischen Vorteile, noch per se um Macht. Gemeinwohl heißt, dass weniger oftmals mehr sein kann, dass das eigene Wohlergehen entscheidend von dem Wohlergehen unserer Umgebung abhängt, und nicht davon, wie wir unsere Umgebung am besten für unsere eigenen Zwecke ausbeuten oder zurechtbiegen können.
Es geht uns daher, vereinfacht gesagt, um eine bessere Welt. Und genau deshalb braucht es uns und unseren orangenen Stand, mitten in der Stadt und mitten im Leben.









