3 Gifte weniger


Eines vorweg: Ich freue mich herzlich über den EU-Beschluss, drei besonders fürchterliche Gifte vom Acker zu nehmen. Tausend andere Gifte aber bleiben. Die Bienen sind noch nicht gerettet, ebensowenig die Schmetterlinge, die Vögel und vor allem das Bodenleben. Im Boden entscheidet sich, ob Landwirtschaft auf Dauer funktioniert. Bei der gesamten Diskussion über die sog. Biodiversität, also über den Artenreichtum und die Vielfalt der Lebensformen auf unserem einmaligen Planeten, wird das weitgehend in den Details noch unerforschte und deshalb geheimnisvolle Bodenleben oft vergessen. Agrargifte verändern auch die Verhältnisse im Boden. Es geht deshalb nicht nur um die nützlichen Honigbienen, um die hübschen Schmetterlinge und um die oft noch hübscheren Singvögel. Es geht um alles. Das Verbot von drei Giften kann nur der Anfang sein. Das Ziel ist die ökologische Landwirtschaft auf der Basis einer intensiven, lebensfreundlichen Forschung und eines solidarischen Verhältnisses zwischen Verbrauchern und Erzeugern. An diese Solidarität fehlt es. Wir Konsumenten sind sie verantwortungsbereiten Bauern schuldig.

Bernhard Suttner

Bernhard Suttner

Jahrgang 1949, studierte Politikwissenschaft, Pädagogik sowie Christliche Gesellschaftswissenschaften und arbeitete anschließend als freiberuflicher Referent in der Erwachsenenbildung. 1978 gehörte er zu den Gründern der „Grüne Aktion Zukunft“, verließ diese 1980 wieder und gründete 1982 die ÖDP mit. Von 1991 bis 2011 war er Landesvorsitzender der ÖDP Bayern. Seit 2011 ist er ihr Fachbeauftragter für Grundsatzfragen.

 

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