Der Ökologische Rat der ÖDP
20. März 2026
Als einzige Partei in Deutschland hat die ÖDP seit Gründung einen Ökologischen Rat als Institution in ihrer Satzung vorgesehen. Dazu sind die nachfolgenden Paragrafen in der Satzung formuliert:
18.1 Die Mitglieder des Ökologischen Rates haben die Aufgabe, die Organe und Mandatsträger der Partei in ökologischen Angelegenheiten wissenschaftlich zu beraten.
18.2 Der Ökologische Rat besteht aus Wissenschaftlerinnen / Wissenschaftlern und Fachleuten, die vom Bundesvorstand dem Bundesparteitag vorgeschlagen und von diesem für vier Jahre berufen werden. Eine Wiederberufung ist möglich.
Zu 18.1: Dies bedeutet, dass Organe aller ÖDP-Gliederungen (Vorstände, Parteitage etc.) sowie Mandatsträger (derzeit Kommunalmandate und Vertretung im Europäischen Parlament) sich mit schriftlichen Anfragen an die Mitglieder des Ökologischen Rats wenden und diesen um fachliche Stellungnahmen ersuchen können. Außerdem wurden in der Vergangenheit (Wahl-)Programme überprüft und zu Programmänderungen Einschätzungen abgegeben.
Zu 18.2: Die einzelnen Mitglieder werden für vier Jahre berufen. Mit der Berufung der aktuellen Mitglieder auf dem Bundesparteitag der ÖDP vom 17.–19.10.2025 in Bingen ist die Institution des Ökologischen Rats wieder aktiviert worden.
Der Ökologische Rat arbeitete zuletzt unter der Leitung von Prof. Dr. Klaus Buchner in der Zeit von 1990 bis 2000 mit etwa zehn Aktiven, danach war Prof. Buchner Bundesvorsitzender der ÖDP. In der Folge fanden sich eine ganze Zeit lang keine neuen Mitglieder für das Gremium, sodass es mangels Aktivität fast aus der Satzung gestrichen worden wäre, was aber verhindert werden konnte.
Angesichts der vielschichtigen und wachsenden Krisen dieser Zeit hat der ÖDP-Bundesvorstand sich vorgenommen, dieses Gremium wieder zu aktivieren und nach und nach mit Wissenschaftlerinnen bzw. Wissenschaftlern und weiteren qualifizierten Fachleuten zu besetzen. Wir werden also auch weiterhin entsprechende Expertinnen und Experten ansprechen, um den bereits aus folgenden Personen bestehenden Kreis zu ergänzen:
- Dr. Michael Braungart: Verfahrenstechniker und Chemiker, Mitentwickler des „Cradle to Cradle“-Konzepts (von der Wiege bis zur Wiege: Alles muss so konstruiert sein, dass es im nächsten Produkt weiterverwendet wird).
- Dr. Klaus Buchner: Kernphysiker mit wissenschaftlichen Tätigkeiten u. a. in München. Seit 1983 ist er Mitglied der ÖDP, war von 2003 bis 2010 ihr Bundesvorsitzender und errang 2014 und 2019 als ÖDP-Spitzenkandidat ein Mandat im Europaparlament.
- Dr.-Ing. Wilfried Kühling: Experte für Raum- und Umweltplanung mit Tätigkeiten u. a. an der Uni Halle-Wittenberg. Langjähriger Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des BUND und Mitglied in dessen Bundesvorstand.
- Dr. Michael Succow: Der Biologe und Bodenkundler wurde im Januar 1990 zum stellv. Minister für Natur-, Umweltschutz und Wasserwirtschaft der DDR ernannt und initiierte gemeinsam mit anderen das wichtige „Nationalparkprogramm“.
Die Tätigkeit im Ökologischen Rat ist ehrenamtlich und richtet sich nach den zeitlichen und persönlichen Kapazitäten der einzelnen Mitglieder, die wir auf der Internetseite des ÖDP-Bundesverbands sowie in der nächsten ÖP-Ausgabe genauer vorstellen. Die Kommunikation mit dem Rat erfolgt zwischen dem ÖDP-Generalsekretär und der noch zu wählenden Leitungsperson des Gremiums, sodass mögliche Anfragen zielgerichtet an die jeweiligen Experten weitergegeben werden können.
Im Rahmen einer Online-Veranstaltung wollen sich die Mitglieder des Ökologischen Rats persönlich vorstellen und Fragen beantworten. Den Termin kündigen wir auf www.oedp.de und in unserem Newsletter an. Zum Newsletter-Abo: www.oedp.de/mitmachen/newsletter-abo
Beim Klimaschutz ist jede und jeder Einzelne gefragt
In einem Gastbeitrag in der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ, Bezahlinhalt) vom 25.11.2025 legen die Mitglieder des Ethikrats, Armin Grunwald und Kerstin Schlögl-Flierl, dar, warum beim Klimaschutz Nichtstun ethisch verwerflich ist, auch wenn ein Individuum wenig ausrichten kann. Grundlage dieses Beitrags ist eine Stellungnahme des Ethikrats zu Fragen der Klimagerechtigkeit aus dem Jahr 2024. Mit ihrem Kommentar in der SZ beziehen Grunwald und Schlögl-Flierl auch Stellung gegenüber Bundeskanzler Friedrich Merz, nach dessen Aussage Deutschland „nichts“ tun müsse, da es ja nur für 1,8 % des weltweiten CO₂-Ausstoßes verantwortlich sei.
Wir sagen, jeder kann und muss etwas zum Klimaschutz beitragen, wenn auch die Politik handeln und gesetzliche Rahmenbedingungen schaffen muss. Es wird kein moralisches Heldentum gefordert, wohl aber zumutbares Mitwirken – etwa durch mehr Fahrradfahren oder durch Unterzeichnen und Bewerben unserer Klimaschutz-Petition: www.keine-rolle-rueckwaerts.de
Die Ethikrat-Mitglieder bestätigen auch die ÖDP-Forderung nach einem sozial gerechten Klimaschutz. Wir brauchen umgehend das Klimageld, damit diejenigen entlastet werden, welche nicht die Verursacher, sondern die Leidtragenden der Klimakrise sind.
Auf die Bedeutung des sozialen Ausgleichs und weiterer Maßnahmen weisen wir als Partei auch in einer umfangreichen Stellungnahme hin, mit der wir uns an der Ausarbeitung des Klimaschutzprogramms der Bundesregierung beteiligt haben. Lesen Sie dazu unsere Pressemitteilung vom 20.01.2026.
Verabschiedung von Rita Hinterleitner
Knapp ein Jahr lang hat uns Rita Hinterleitner in der Social-Media-Arbeit tatkräftig vorangebracht. Im Herbst 2025 wechselte sie dann zu einer anderen Stelle. Wir bedanken uns bei ihr für die geleistete Arbeit und wünschen ihr weiterhin alles Gute.







