Elterliche Betreuung kranker Kinder gefällt dem Gesundheitsminister nicht. – Foto: Sunriseforever/pixabay.de

Kompass Orange

Und wieder geht es gegen Frauen und Familien

Meint Herr Linnemann, man solle kranke Kinder und ihre Eltern härter rannehmen? Hat man sie zu Corona-Zeiten etwa verzärtelt, als die „Kinderkrankentage“ verlängert wurden? Diese Verlängerung soll jetzt zum Wohle der Wirtschaft kassiert werden. Pro Jahr dürfen dann Paar-Eltern nur mehr 10 Tage und Alleinerziehende 15 Tage beim kranken Kind bleiben.

Das Bundesverfassungsgericht hat 1993 im nach wie vor geltenden Urteil zum Schwangerschaftsabbruch verlangt, dass Politik „präventiv“ (nicht nur normativ und repressiv) aktiv sein muss. Das heißt, dass den Frauen das Leben mit Kindern tatsächlich und materiell erleichtert werden muss. Eine unterstützende Haltung von Staat und Gesellschaft zum Kind sei wirksamer als die strafrechtliche Drohung.

Diese Vorgabe wurde und wird weitgehend ignoriert. Leider steigen (nach Jahren des erfreulichen Rückgangs) derzeit wieder die Abtreibungszahlen: 106.000 waren es im Jahr 2025. Vor allem wenn ein weiteres Kind als zu belastend erscheint, wird der traurige Ausweg gewählt.

Linnemanns Plan ist nicht präventiv-unterstützend. Er nimmt den Familien ein Stück Verlässlichkeit und Sicherheit. Ein krankes Kind kann man weder in die Kita schicken noch alleine lassen. Ein krankes Kind braucht eine vertraute Person in der Nähe. Herr Linnemann meint, dass die Anwesenheit der Eltern am Arbeitsplatz Vorrang hat. Stress in der Familie abzubauen scheint ihm nicht so wichtig zu sein.

Für mich ist das ein weiterer Beweis dafür, dass die besten Aspekte einer konservativen Haltung in der CDU keine Basis haben.

 


 

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