Positiv denken?


Fast immer findet sich in schwierigen Lagen jemand, der das „positive Denken“ empfiehlt: „Was dir jetzt Probleme macht, wird schon sein Gutes haben…denk positiv!“ Leider gibt es aber nicht nur das Schlechte, sondern auch das Böse. Und darin steckt nicht immer „irgendwo der Keim zum Guten“, den es durch positives Denken zu entdecken gilt.

Die christliche Osterbotschaft ist mir deshalb hilfreich, weil sie zwar das Leben feiert, jedoch die Katastrophe von Scheitern, Verachtung, Feigheit, Verlassenheit und qualvollem Tod nicht versteckt, verharmlost oder umdeutet. „Das wird schon wieder!“ ist keine mögliche Aussage – weder auf Golgotha noch auf der Palliativstation. Auch der auferstandene Christus versteckt seine tödlichen Wunden nicht sondern zeigt sie, wie es Joseph Beuys  im Titel eines seiner berühmtesten Werke gefordert hat.

Ostern ist nicht „der positive Ausgang“ des Karfreitags. Ostern ist der erfolgreiche Protest des Lebens gegen das Töten und gegen die von Menschen organisierte Qual. Ostern protestiert gegen das Böse und verharmlost es nicht.

In diesem Sinne wünsche ich Gläubigen, Zweiflern und Nichtreligiösen eine fröhlich-österliche Aufmunterung aller Kräfte zum Guten und den wachen und scharfen Blick auf Böses und Schlechtes!

Bernhard Suttner

Bernhard Suttner

Jahrgang 1949, studierte Politikwissenschaft, Pädagogik sowie Christliche Gesellschaftswissenschaften und arbeitete anschließend als freiberuflicher Referent in der Erwachsenenbildung. 1978 gehörte er zu den Gründern der „Grüne Aktion Zukunft“, verließ diese 1980 wieder und gründete 1982 die ÖDP mit. Von 1991 bis 2011 war er Landesvorsitzender der ÖDP Bayern. Seit 2011 ist er ihr Fachbeauftragter für Grundsatzfragen.

 

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