Niederlagen schmerzen.


Wenn man als Person in einem Wettbewerb unterlegen ist, lässt der Schmerz nach einiger Zeit nach. Ganz anders wirkt der Schmerz, wenn eine wichtige Sache kaum Zustimmung bekommt, während die Gegner dieser Sache oder die Gleichgültigen Unterstützung erhalten.

Was ist bei der Landtagswahl in Bayern geschehen? Wurde die Sache „ökologische Verantwortung“ (neuerdings „große Transformation“ genannt…) nicht durch den Wahlerfolg der Grünen grandios unterstützt? Leider nein. Meiner Ansicht nach haben alle Wählerinnen und Wähler, die schon seit vielen Jahren ökologisch sensibel sind, ihre Bedenken gegen manche Programmaussagen der Grünen zurückgestellt und sich nun bei dieser Partei versammelt. Die Verluste von SPD und ÖDP sind so erklärbar. Für die ökologische Transformation wurde dadurch leider gar nichts erreicht: Bayern bekommt eine materialistisch-technokratische Koalition, die den alten Expansionskurs fortsetzen wird. Das Leitbild einer adipösen Ökonomie („friss was du kriegen kannst und wachse bis du platzt!“) eint CSU und Freie Wähler. Und nicht zu vergessen: 10% der Wählerschaft haben sogar die offen anti-ökologische AfD gewählt.

Angesichts der wissenschaftlichen Fakten müsste die Sache der „ökologischen Transformation“ 51% Zustimmung erhalten, um die Schritte der Rettung einleiten zu können. 17% für die Grünen und 1,6% für die ÖDP bei Auflösung des ökologischen Flügels der SPD sind so gesehen eine schwere Niederlage.

Bernhard Suttner

Bernhard Suttner

Jahrgang 1949, studierte Politikwissenschaft, Pädagogik sowie Christliche Gesellschaftswissenschaften und arbeitete anschließend als freiberuflicher Referent in der Erwachsenenbildung. 1978 gehörte er zu den Gründern der „Grüne Aktion Zukunft“, verließ diese 1980 wieder und gründete 1982 die ÖDP mit. Von 1991 bis 2011 war er Landesvorsitzender der ÖDP Bayern. Seit 2011 ist er ihr Fachbeauftragter für Grundsatzfragen.

 

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