Sozialpolitik und Wertebekenntnis statt Strafrecht

Das irische Referendum zur Aufhebung des dortigen Abtreibungsverbotes macht die einen traurig, andere jubeln. Das Mittel des Strafrechts scheint beim Schutz der noch nicht Geborenen keine Zukunft zu haben. Fatal wäre es, wenn in liberalen Demokratien mit der Streichung von Verboten die Sache für „erledigt“ erklärt würde. Die dauerhaft hohen Abbruchzahlen in ganz Europa sind bedrückend. Wir brauchen europaweit eine Sozialpolitik, die Eltern von wirtschaftlichen Sorgen befreit und die Annahme auch eines „nicht geplanten“ Kindes erleichtert. Ein existenzsicherndes Erziehungsgehalt wenigstens in den ersten drei Jahren des Kindes würde viel helfen.

Neben sozialpolitischen Maßnahmen brauchen wir aber vor allem die Bereitschaft glaubwürdiger Menschen, in privaten und öffentlichen Debatten klar Position zu beziehen: Jede Abtreibung ist ein zutiefst trauriges Ereignis. Eine wirklich liberale und humane Gesellschaft darf sich damit nicht abfinden. Lebensschutz muss Teil der demokratischen Leitkultur sein.

Bernhard Suttner

Bernhard Suttner

Jahrgang 1949, studierte Politikwissenschaft, Pädagogik sowie Christliche Gesellschaftswissenschaften und arbeitete anschließend als freiberuflicher Referent in der Erwachsenenbildung. 1978 gehörte er zu den Gründern der „Grüne Aktion Zukunft“, verließ diese 1980 wieder und gründete 1982 die ÖDP mit. Von 1991 bis 2011 war er Landesvorsitzender der ÖDP Bayern. Seit 2011 ist er ihr Fachbeauftragter für Grundsatzfragen.

 

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