Technik gegen menschliches Versagen

Ein Nebenaspekt trauriger Unglücksfälle ist fast immer die Information der Öffentlichkeit durch Experten, dass es eine technische Lösung gegeben hätte, mit der das entsprechende Unglück hätte verhindert werden können: Es gäbe die elektronische Lösung zur Verhinderung „menschlichen“ Versagens – ob auf dem Stellwerk für eingleisige Bahnstrecken oder beim LKW zur besseren Einsicht in den „toten Winkel“ beim Rechtsabbiegen. Während nötige Investitionen in weitere Sicherungen des Schienensystems nur im Millionenbereich zu haben sind, kosten Sensoren am LKW lediglich zwischen 350 bis 1000 Euro – zu teuer für das Transportgewerbe. Solche intelligente Elektronik könnte so manchem Radfahrer das Leben retten und dem Unfallverursacher die seelische Last ersparen, die mit einem schweren Unglück immer verbunden ist. Noch bis in die 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts gab es Beifahrer, die den „toten Winkel“ beobachten konnten. Viel zu teuer, hieß es damals. Auch heute wird das Kostenargument gegen die Sensorenpflicht vorgebracht. Manchmal muss man daran erinnern, dass Menschenleben unbezahlbar sind.

Bernhard Suttner

Bernhard Suttner

Jahrgang 1949, studierte Politikwissenschaft, Pädagogik sowie Christliche Gesellschaftswissenschaften und arbeitete anschließend als freiberuflicher Referent in der Erwachsenenbildung. 1978 gehörte er zu den Gründern der „Grüne Aktion Zukunft“, verließ diese 1980 wieder und gründete 1982 die ÖDP mit. Von 1991 bis 2011 war er Landesvorsitzender der ÖDP Bayern. Seit 2011 ist er ihr Fachbeauftragter für Grundsatzfragen.

 

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