Big Brother Award für Lindner

Am vergangenen Freitag wurde der diesjährige „Big-Brother-Award“ verliehen – unter anderem an Amazons Sprach- und Abhöhrmaschinchen Alexa und an die hessischen Landtagsfraktionen von CDU und Grünen für ihr neues Verfassungsschutzgesetz.

Ich frage mich, ob nicht auch die FDP und ihr Vorsitzender Christian Lindner preiswürdige Kandidaten gewesen wären: Um eine richtige Big-Brother-Gesellschaft zu bekommen, braucht es nicht nur Überwachungsmaschinen und Überwachungsgesetze sondern auch Menschen und Haltungen, denen das alles entweder egal oder aber willkommen ist. Und genau um die Pflege solcher Haltungen haben sich Herr Lindner und seine Partei im vergangenen Bundestagswahlkampf redlich bemüht: „Digitalisierung first – Bedenken second“ stand auf einem viel beachteten FDP-Wahlplakat. Wer nicht jubelt angesichts der grandiosen Entwicklungen im Datensammel-Rausch sondern gar Bedenken äußert, der ist von gestern und hält den Fortschritt auf. Das ist die FDP-Lindner-Botschaft. Er hätte den Negativ-Preis wahrlich verdient, weil er die Haltungen züchtet, die erst dazu führen, dass jemand freiwillig die Abhörmaschine in sein Wohn- und Kinderzimmer lässt. Bedenken? – Ach was. Ist doch cool. Was sagst du dazu, Alexa?

Bernhard Suttner

Bernhard Suttner

Jahrgang 1949, studierte Politikwissenschaft, Pädagogik sowie Christliche Gesellschaftswissenschaften und arbeitete anschließend als freiberuflicher Referent in der Erwachsenenbildung. 1978 gehörte er zu den Gründern der „Grüne Aktion Zukunft“, verließ diese 1980 wieder und gründete 1982 die ÖDP mit. Von 1991 bis 2011 war er Landesvorsitzender der ÖDP Bayern. Seit 2011 ist er ihr Fachbeauftragter für Grundsatzfragen.

 

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