7 Jahre

Kaum zu glauben, dass die Fukushima-Katastrophe schon „Geschichte“ ist. Vor 7 Jahren kam das Verhängnis über die Menschen in jener japanischen Region. Seit 7 Jahren herrscht dort das nukleare Elend. Seit 7 Jahren werden irrsinnige Mengen an Kapital für letztlich hilflose Aktionen aufgewendet. Die Folgen der Kernschmelze sind nicht zu beheben.

Aus „der Geschichte zu lernen“ ist eine Schulweisheit, die leider nur selten wirksam wird. Auch in Deutschland wird noch auf Jahre hinaus Atommüll produziert. Für den Weltmarkt werden in Deutschland Brennelemente erzeugt. Die mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Ärzteorganisation IPPNW zeigte auf, dass die in Fukushima geschmolzenen Brennelemente auch aus Deutschland kamen… Und in der EU gilt nach wie vor der Euratomvertrag, der uns verpflichtet, die Entwicklung einer „mächtigen Kerntechnik“ – so steht es wörtlich in diesem Vertrag – voranzubringen und zu fördern. Darauf können sich alle die Länder berufen, die nach wie vor marode AKW am Netz halten oder gar neue planen und bauen sowie alte Anlagen erweitern wollen.

Die Anti-Atomkraftbewegung hat keinen Grund, den Schlaf der Erfolgreichen und Gerechten zu pflegen. Das Problem ist leider nicht aus der Welt.

Bernhard Suttner

Bernhard Suttner

Jahrgang 1949, studierte Politikwissenschaft, Pädagogik sowie Christliche Gesellschaftswissenschaften und arbeitete anschließend als freiberuflicher Referent in der Erwachsenenbildung. 1978 gehörte er zu den Gründern der „Grüne Aktion Zukunft“, verließ diese 1980 wieder und gründete 1982 die ÖDP mit. Von 1991 bis 2011 war er Landesvorsitzender der ÖDP Bayern. Seit 2011 ist er ihr Fachbeauftragter für Grundsatzfragen.

 

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