Mut, anders zu sein.

In seiner Kommentierung der Proteste zum Jahrestag seines Amtsantritts hat der US-Präsident seinen Kritikern vorgeschlagen, sie sollten sich doch „über den Reichtum freuen“, der überall im letzten Jahr entstanden sei. Es fällt generell auf, dass das Thema „Geld“ das beherrschende Thema des Präsidenten ist. Es scheint ihm vor allem zu gelingen, die simple „trickle-down“-Theorie neu zu beleben und seinen Wählern als Hoffnungsreligion zu vermitteln: Wenn die Superreichen und die Konzerne noch reicher werden, fallen unweigerlich Brosamen vom Tisch, so dass auch die kleinen Leute was bekommen. Die große Befreiung der Mega-Konzerne von der Steuerlast wird in den Trump-Tweets zu vielen Millionen Mini-Bonus-Zahlungen dieser Unternehmen an ihre Arbeitskräfte uminterpretiert. Über diesen 100-Dollar-Reichtum“ sollte sich Amerika freuen, meint der Präsident. Gleichzeitig wird durch die gigantische Steuersenkung der Staat weiter geschwächt; dies ist das eigentliche Ziel der radikalliberalen Denkrichtung. Wir müssen darauf achten, dass Europa endlich Mut und Lust bekommt, wirklich anders sein zu wollen…

Bernhard Suttner

Bernhard Suttner

Jahrgang 1949, studierte Politikwissenschaft, Pädagogik sowie Christliche Gesellschaftswissenschaften und arbeitete anschließend als freiberuflicher Referent in der Erwachsenenbildung. 1978 gehörte er zu den Gründern der „Grüne Aktion Zukunft“, verließ diese 1980 wieder und gründete 1982 die ÖDP mit. Von 1991 bis 2011 war er Landesvorsitzender der ÖDP Bayern. Seit 2011 ist er ihr Fachbeauftragter für Grundsatzfragen.

 

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