Nur wer sich für gute Lebensgrundlagen und Arbeitsbedingungen einsetzt, sorgt für nachhaltigen Wohlstand. So versteht Manuela Ripa eine Wirtschaftspolitik, die dem Menschen zugutekommt. Denn der Mensch existiert schließlich nicht für die Wirtschaft, sondern umgekehrt. Foto: skorchanov / pixabay.com

MontagsGedanken

Wirtschaftspolitik für den Menschen

Kurz vor unserem Bundesparteitag lohnt es sich, einen Moment innezuhalten und sich eine ganz einfache Frage zu stellen: Wofür machen wir eigentlich Politik?

Für mich ist die Antwort klar: Politik muss die Menschen im Blick haben – ihre Sorgen, ihre Chancen und ihre Zukunft.

Das gilt auch für unsere Wirtschaft. Eine Wirtschaft ist nicht schon deshalb erfolgreich, weil sie wächst. Erfolgreich ist sie, wenn Menschen von ihrer Arbeit gut leben können, wenn sie Sicherheit und Perspektiven schafft und wenn sie dabei nicht die natürlichen Lebensgrundlagen unserer Kinder und Enkel verbraucht.

Gerade jetzt erleben viele Menschen wirtschaftliche Unsicherheit. Sie sorgen sich um ihren Arbeitsplatz, um steigende Lebenshaltungskosten oder ganz konkret darum, ob sie am Ende des Monats noch ihre Miete und ihre Rechnungen bezahlen können. Und viele fragen sich, ob es ihren Kindern einmal besser oder zumindest genauso gut gehen wird wie ihnen selbst.

Diese Sorgen müssen wir ernst nehmen. Denn wenn Menschen das Gefühl bekommen, dass Veränderungen über ihre Köpfe hinweg stattfinden, dass ihre Lebensleistung nicht mehr zählt und Politik ihre alltäglichen Probleme nicht wahrnimmt, geht Vertrauen verloren – in die Politik und schlimmstenfalls auch in unsere Demokratie.

Deshalb dürfen wir Wirtschaft, Soziales und Ökologie nicht gegeneinander ausspielen. Eine ökologische Transformation wird nur gelingen, wenn sie auch sozial gerecht ist.

Gerade in Zeiten des Wandels brauchen wir deshalb eine klare Vorstellung davon, wie wir unsere Zukunft gestalten wollen. Es geht nicht darum, Veränderungen zu verhindern, sondern darum, sie so zu gestalten, dass sie den Menschen zugutekommen, Sicherheit schaffen und unsere natürlichen Lebensgrundlagen bewahren. Wirtschaft kann dabei eine zentrale Rolle spielen – wenn sie nicht nur auf kurzfristiges Wachstum, sondern auf langfristigen Wohlstand und gesellschaftlichen Zusammenhalt ausgerichtet ist.

Wir wollen eine Wirtschaft, die unsere natürlichen Lebensgrundlagen schützt und innerhalb der Grenzen unseres Planeten funktioniert. Eine Wirtschaft, in der Menschen von ihrer Arbeit gut leben können. Eine Wirtschaft, die innovative Unternehmen stärkt und Zukunftsarbeitsplätze schafft. Und eine Wirtschaft, die am Gemeinwohl ausgerichtet ist, statt an den Interessen weniger mächtiger Akteure.

Genau hier hat die ÖDP etwas Eigenständiges einzubringen. Wir denken langfristig, statt in kurzfristigen Renditen. Wir nehmen kein Geld von Konzernen und können deshalb unabhängig entscheiden. Und wir sind überzeugt: Wirtschaftlicher Erfolg, soziale Gerechtigkeit und der Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen gehören zusammen.

Wenn wir eine Trendwende schaffen und Zukunft gestalten wollen, müssen wir deshalb auch neu darüber sprechen, was wirtschaftlicher Erfolg eigentlich bedeutet.

Für mich ist der Maßstab klar: Politik muss dem Menschen dienen und Verantwortung für kommende Generationen übernehmen.

Und für die Wirtschaft gilt dasselbe: Der Mensch ist nicht für die Wirtschaft da. Die Wirtschaft ist für den Menschen da.

 

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