Megagefahr Nationalismus
4. September 2026
Drei große Probleme müssen dringlich gelöst werden – nein, es ist nicht das Gendern, es ist nicht der Rundfunkbeitrag, es ist auch nicht die Frage, ob vegane Würstchen Würstchen sind. Viele Denkerinnen und Denker, unter anderem der Historiker und Weltbestseller-Autor Yuval Noah Harari, sagen uns: Es muss gelingen, einen Atomkrieg zu verhindern, die ökologische Doppelkrise von Klimakrise und Artenschwund zu entschärfen und drittens die Entwicklung der künstlichen Intelligenz gemeinwohlorientiert einzuhegen.
Kein Land dieser Erde kann für sich alleine diese drei großen Probleme lösen. Aber kein Land darf sich der Lösung verweigern. Wenn z.B. auch nur eine kleine Gruppe von Ländern den KI-Konzernen freie Hand lässt, kann der Geist aus der Flasche entwischen. Wenn große Akteure wie die USA oder Russland den Klimaschutz verachten und die Verbrennung fossiler Stoffe weiter anfeuern, werden unter Umständen schnell gefährliche Kipppunkte erreicht. Auch die Rettung des Artenbestandes braucht alle Akteure, weil es überall auf dem Planeten unterschiedliche Verantwortlichkeiten gibt: im Norden und im Süden. Zu Wasser und zu Land. In Städten und in dünn besiedelten Gebieten.
Es muss gelingen, die internationale Kooperation zu retten bzw. wieder zu beleben und vielfältig auszubauen. Die nationalistische Variante der Politik ist hochgefährlich. Der Nationalismus ist nur ein ideologisches Produkt des 19.Jahrhunderts, keine biologische Vorgabe für uns Menschen. Er hat schreckliche Kriege und Gräuel verursacht. Die Gründung der EU, der UN und vieler anderer internationaler Organisationen war als Lehre aus den Desastern des 20.Jahrhunderts gedacht. Dass man diese Organisationen jetzt in so vielen Ländern schwächen oder gar aufgeben möchte, sollte den Widerstand vernünftiger Menschen herausfordern.
Wer nationalistisch denkt und wählt, denkt und wählt gegen die Interessen aller Menschen. Überall. Auch in Sachsen-Anhalt.


