Für eine einfachere Bewirtschaftung in Zeiten mit ausreichend Regen wird das Wasser gerne aus Wald und Wiesen abgeleitet. Doch angesichts immer längerer Dürrephasen sollte diese Praxis gestoppt werden. Foto: dobby_jona / pixabay.com

MontagsGedanken

Ein anderer Umgang mit Wasser, Boden und Wald

Dürre, Hitze, Ernteausfälle, Brände und Wasserknappheit sind die Themen, die viele Menschen in Europa gerade belasten und bewegen. Dabei wird überdeutlich, dass wir Klima-Anpassungs-Maßnahmen benötigen.

Dazu sollte an erster Stelle ein anderer Umgang mit Wasser, Boden und Wald gehören. Unsere Landschaften werden seit mehr als 200 Jahren dahingehend gestaltet, Wasser so schnell wie möglich herauszuleiten. Die Folge sind verschärfte Dürre- und Hochwassersituationen sowie eine zu geringe Grundwasserneubildung und damit eine verschärfte Trinkwasserproblematik. Gleichzeitig beeinflusst dies die Klimaproblematik negativ und beschleunigt das Artensterben.

Wie ein anderer Umgang mit Wasser, Boden und Wald uns hilft, den großen Problemen unserer Zeit – Klimakrise, Dürre- und Hitzewellen, Hochwasser und Artenschwund – ganzheitlich zu begegnen, versuche ich seit zehn Jahren in meinen Vorträgen aufzuzeigen.

Vieles, was wir in Hitzeperioden erleben, ist nicht nur auf den CO2-getriebenen Klimawandel zurückzuführen, sondern vor allem auf unseren Umgang mit Wasser, Boden und Wald. Prof. em. Karl Auerswald hat dazu den Begriff „Landnutzungsgetriebener Klimawandel“ geprägt.

Dazu gehören die Bodenversiegelung, die Bodenverdichtung durch immer schwerere Maschinen und die Schädigung und Auslaugung unserer Böden. Dadurch können diese immer weniger Wasser speichern, was zur geringeren Grundwasserneubildung und zur verschärften Trinkwasserproblematik beiträgt. Ebenso zählt die Ausdünnung unserer Wälder dazu; deshalb sind z. B. Windräder in Wäldern meines Erachtens kontraproduktiv, da sie u. a. zur Austrocknung beitragen. Maßgebend ist auch unser Umgang mit Wasser in der Fläche. Dieses wird durch Drainagen und nicht ständig wasserführenden Gräben – etwa an der Seite von Wegen und Straßen – viel zu schnell aus der Landschaft abgeleitet. Dies erzeugt dann in der Summe immer mehr Hochwasser- und Dürreprobleme.

Es gibt nach meiner Auffassung mindestens acht Möglichkeiten von Klimaanpassungsmaßnahmen, die mehr oder weniger schnell umsetzbar sind:

  1. Den Wasserabfluss in der Landschaft entschleunigen und zurückhalten.
  2. Schaffung von zusätzlichen Feuchtflächen in der Landschaft und Renaturierung von Mooren durch das „Kubaturen-Konzept Koch“; die reinen Wiedervernässungsprojekte sind weitestgehend gescheitert (es fehlt der ganzjährige Wasserüberschuss).
  3. Weniger Versiegelung und mehr Entsiegelung von Flächen, Beachtung des Erhitzungspotentials von Materialien (Albedo-Rückstrahlung) und angepasste Baumaßnahmen. Warum müssen z. B. Parkplätze geteert sein?
  4. Begrünung von Dächern, Alleen und Fassaden.
  5. Durchgehende Bodenbedeckung mit Pflanzen und Stroh.
  6. Mehr Hecken, Bäume und Wälder.
  7. Regenerativer, ökologischer Landbau (aufbauende Landwirtschaft).
  8. Humusaufbau in der Landwirtschaft und in unseren Gärten: 1 % Humusaufbau weltweit auf den landwirtschaftlichen Flächen und in Gärten – da sind sich alle einig, vom UN-Klimarat IPCC bis zur Welternährungsorganisation FAO –, dann wären wir wirklich klimaneutral und das CO2-Problem gelöst.

 

Näheres im Hochwasser- und Dürreschutzkonzept der ÖDP.

 

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