2038


Es scheint Pflicht zu sein, den Kompromiss zum Kohleausstieg gut zu finden. Ich wundere mich, wer da alles zufrieden ist…

Ich habe mal ein bisschen nachgerechnet: Eine Jugendliche von 14 Jahren, die am letzten Freitag für den Klimaschutz die Schule verlassen hat und für den Schutz ihrer Lebenschancen demonstriert hat, wird bei der Abschaltung des letzten deutschen Kohlekraftwerks im Jahre 2038 schon eine erwachsene Frau von 33 Jahren sein und womöglich selber schon ein Kind im Teenager-Alter haben. Ob sich die jungen Leute den Klimaschutz so vorstellen? Ob sie altväterliche Sprichwörter wie „Gut Ding will Weile haben…“ richtig finden? Ob sie das gewohnte lobbyistische Entscheidungs-Verfahren, wonach alle Interessen immer gleich wichtig sind und berücksichtigt werden müssen, auch in Bezug auf die Überhitzung des Planeten gelten lassen? Ob die jungen Leute nicht der Meinung sind, dass das Überleben wichtiger ist als die Kapitalrendite von einigen wenigen Energiedinosauriern? Ob diese jungen Leute angesichts solcher Entscheidungen bereit sind, unsere demokratische Ordnung zu verteidigen?

Ich bin nicht zufrieden mit diesem Kompromiss. Da darf das letzte Wort noch nicht gesprochen sein. Wir sind den Kindern und Jugendlichen anderes schuldig: Gut Ding muss jetzt Eile haben!

Bernhard Suttner

Bernhard Suttner

Jahrgang 1949, studierte Politikwissenschaft, Pädagogik sowie Christliche Gesellschaftswissenschaften und arbeitete anschließend als freiberuflicher Referent in der Erwachsenenbildung. 1978 gehörte er zu den Gründern der „Grüne Aktion Zukunft“, verließ diese 1980 wieder und gründete 1982 die ÖDP mit. Von 1991 bis 2011 war er Landesvorsitzender der ÖDP Bayern. Seit 2011 ist er ihr Fachbeauftragter für Grundsatzfragen.

 

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