Adorno, Kant und Schulze


Eine halbwegs prominente Politikerin der Grünen mit dem Namen Schulze (Fraktionsvorsitzende im Bayerischen Landtag) hat die mehr oder minder interessierte Öffentlichkeit über Instagram wissen lassen, dass sie vor kurzem zu Urlaubszwecken nach Kalifornien geflogen ist und dort ein Eis gegessen hat – mit Plastiklöffel. Das Foto war nicht besonders aufregend.

Aufgeregt hat sich eine gewisse Öffentlichkeit trotzdem: Da sieht man es … die Grünen!

Für mich ist der Vorgang lehrreich. Wieder einmal kann man die Bedeutung sehr bekannter philosophischer Grundaussagen heranziehen: „Es gibt kein richtiges Leben im falschen“ hat Theodor W. Adorno gesagt und damit auf die Schwäche des Individuums hingewiesen: Wenn die Strukturen falsch sind, neigt der einzelne Mensch unweigerlich zu falschem Verhalten. Auch Immanuel Kants kategorischer Imperativ fällt einem ein: „Handle so, dass die Maxime deines Tuns als allgemeines Gesetz gelten kann.“

Suchen Sie sich den passenden Satz aus: Mitleid mit der vom materialistischen System irregeleiteten Politikerin-  oder aber Tadel, weil sie ein falsches Vorbild gegeben hat und ihr Verhalten ganz und gar nicht als allgemeines Gesetz gelten kann. Und ich selber? Auch nie perfekt aber immer bemüht…

Bernhard Suttner

Bernhard Suttner

Jahrgang 1949, studierte Politikwissenschaft, Pädagogik sowie Christliche Gesellschaftswissenschaften und arbeitete anschließend als freiberuflicher Referent in der Erwachsenenbildung. 1978 gehörte er zu den Gründern der „Grüne Aktion Zukunft“, verließ diese 1980 wieder und gründete 1982 die ÖDP mit. Von 1991 bis 2011 war er Landesvorsitzender der ÖDP Bayern. Seit 2011 ist er ihr Fachbeauftragter für Grundsatzfragen.

 

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