Verschwörungstheorien & Wissenschaft


Offensichtliches anzweifeln und neue Erklärungstheorien zu entwickeln – das gehört zu den Methoden auch seriöser Wissenschaftler. Verschwörungstheoretiker unterscheiden sich von ihnen dadurch, dass sie einzelne Personen oder Gruppen für so einflussreich halten, dass sie Ereignisse bis ins kleinste Detail durchplanen und unerkannt den Lauf der Geschichte über einen langen Zeitraum bestimmen können. Statt die Wirklichkeit als komplexes System zu sehen, in dem der Zufall eine große Rolle spielt, glauben sie an die Möglichkeit totaler Determinierung. Doch nicht alles, was als Verschwörungstheorie bezeichnet wird, ist auch eine. Der Vorwurf dient oft dazu, unbequeme Fragensteller zu diskreditieren und die eigene Deutungshoheit zu verteidigen.

Michael Butter
„Nichts ist, wie es scheint“
Über Verschwörungstheorien
Suhrkamp, März 2018
271 Seiten, 18.00 Euro
978-3-518-07360-5
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Günther Hartmann

Günther Hartmann

Jahrgang 1965, studierte Architektur und war nach dem Diplom zunächst in verschiedenen Architektur- und Stadtplanungsbüros tätig. Seit 2008 arbeitet er hauptberuflich als Journalist. In die ÖDP trat er 1998 ein und seit 2006 ist er Verantwortlicher Redakteur der ÖkologiePolitik.

 

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