Wie aus Grundwasser ein Lebensmittel wird
30. Juni 2026
Am 27. Juni hatten die Kreisverbände der ÖDP Miltenberg und Aschaffenburg zu einer öffentlichen Besichtigung des Wasserwerks Aschaffenburg eingeladen. Mit 20 Personen war die Veranstaltung, trotz der herrschenden Temperaturen, sehr gut besucht. Frau Markert, die Betriebsleiterin, hat uns empfangen und nach einem Gruppenfoto in das kühle Innere des Werks eingeladen. Zusammen mit einem frischen Getränk Wasser gab es zunächst einen hoch informativen Vortrag. Es wurde dargestellt, wo unser Aschaffenburger Wasser herkommt. Im Wasserwerk werden pro Stunde, Tag und Nacht, an 365 Tagen im Jahr, 800 bis 1.000 Kubikmeter Grundwasser in Trinkwasser umgewandelt. Aber welche Belastungen hat dieses Grund-, oder „Rohwasser“, wie es auch genannt wird? Welche Härte hat es? Und wie wird z. B. das Nitrat herausgefiltert? Mit diesen Fragen haben wir eingehender beschäftigt.

Unser Wasser wird über mehrere Brunnen, die im Umkreis verteilt sind, gewonnen. Das „Großostheimer Becken“ enthält rund 200 Mio. Kubikmeter Wasser. Nicht nur die Aschaffenburger haben hier Wasserrechte, sondern auch einige Landkreisgemeinden und verschiedene andere Nutzer. Aschaffenburg selbst hat Rechte für bis zu 9 Mio. Kubikmeter pro Jahr, nutzt derzeit aber nur rund 8 Mio. Kubikmeter.
„Ist die Wasserversorgung sicher?“, wollte Kreisrat Wolfgang Winter wissen. Durch heiße Sommer und ertragsarme Winter ist der Grundwasserpegel zwar um etwa 1,5 Meter gesunken. Aber Gott sei Dank nicht so signifikant, dass es Probleme gibt. Hier könnte man über eine sogenannte „Wasserampel“, wie es sie in Umlandgemeinden bereits gibt, nachdenken.
Dieses Rohwasser wird einer Entcarbonisierung und einer Denitrifikation unterzogen. Nitrat gelangt u. a. durch die Landwirtschaft ins Grundwasser. Durch Gespräche und Beratungen der Landwirte, und natürlich durch entsprechende technische Maßnahmen, konnte der Nitratgehalt deutlich unter den Grenzwert gedrückt werden. Die Wasserhärte wird – nach der Behandlung – als „Mittel“ eingestuft. Natürlich wird unser Wasser auch regelmäßig chemisch untersucht. Hierbei kam auch die Frage nach dem Vorhandensein von „PFAS“, den sogenannten „Ewigkeitschemikalien“, auf. Diese können tatsächlich in unserem Wasser nachgewiesen werden – aber nur in sehr geringen Mengen, den Grenzwert deutlich unterschreitend.
Weitere Filter, u. a. ein Aktivkohlefilter (man kennt dies von den Dunstabzugshauben in der Küche), sorgen dafür, dass am Ende ein Lebensmittelprodukt steht, welches das am besten überprüfte und sauberste ist, was der Aschaffenburger für sehr günstiges Geld erwerben kann. Mit diesem Lebensmittel sollte man nachhaltig und bewusst umgehen. Wer den Verbrauch auf das Nötigste beschränkt und wer bei einer Hausrenovierung vielleicht noch eine Zisterne einbaut, sofern möglich, der hilft mit, dass auch nachfolgende Generationen ausreichend Wasser zum Leben haben.
Wir bedanken uns für diese informative Tour durch das Wasserwerk.






