Politischer Salon zum Emissionshandel
24. März 2026
Am 13. November 2025 traf sich in den Räumen der ÖDP-Landesgeschäftsstelle Berlin eine hochkarätig besetzte Experten-Runde, um über „Die unausgeschöpften Potenziale des Emissionshandels“ zu diskutieren. Alle Teilnehmenden waren sich einig, dass der europäische Emissionshandel ein besonders effizientes klimapolitisches Instrument sei, welches gegen Zweifler in Wirtschaft und Politik verteidigt werden müsse. Bei der Frage allerdings, wie groß das brachliegende Verbesserungspotenzial sei und durch welche Maßnahmen das Instrument weiter optimiert werden könne, schieden sich die Geister.
Während Dr. Björn Benken von der ÖDP Berlin einen simulierten „Markt für Schadstoffvermeidung“ vorschlug, bei dem eine ständige gegenseitige Rückkopplung zwischen dem Marktpreis und den Mengenobergrenzen der Emissionen stattfände, wollte der Umweltökonom Jürgen Hacker das Wirken der internationalen Finanzmarktspekulation eindämmen. Dagegen sah Prof. Barbara Praetorius von der Hochschule für Technik und Wirtschaft den Emissionshandel auf einem guten Weg – lediglich bei der Grenzausgleichsabgabe und den Sonderregelungen für stromintensive Betriebe gäbe es noch Verbesserungsbedarf.
Marktradikal oder pragmatisch?
Florian Zerzawy vom Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft befürchtete, dass durch die kürzlich beschlossene Verschiebung der Einführung des ETS 2 (das ist der um die Bereiche Straßenverkehr und Gebäude/Wärme erweiterte Teil des Europäischen Emissionshandelssystems) um ein Jahr die Minderungsziele später umso schwerer zu erreichen seien und dass durch die Anrechenbarkeit einer höheren Zahl an internationalen
CO2-Gutschriften der Klimaschutz-Effekt verwässert würde. Christopher Leisinger vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung sprach sich dafür aus, dem Problem zu hoher Preisspitzen mit einem dynamischen Preiskorridor zu begegnen und für qualitativ hochwertige CO2-Entnahmen Emissionsrechte zu vergeben. Roland Fink vom Ökologische Marktwirtschaft e. V. wünschte sich, man möge den europäischen Emissionshandel möglichst ungehindert wirken lassen und auf nationale Klimaschutzmaßnahmen, die seine Erfolge abschwächten, verzichten.
Während ein Teil der Runde eher „marktradikale“ Positionen vertrat, befürwortete der andere Teil einen pragmatischen Policy Mix. Genau ein solcher Austausch der Positionen außerhalb der eigenen „Bubble“ ist wichtig, wenn man den Emissionshandel überzeugend weiterentwickeln möchte. Die ÖDP Berlin hofft, mit dieser Veranstaltung hierzu einen Beitrag geleistet zu haben.
Eine ausführlichere Zusammenfassung der Veranstaltung ist unter diesem Link zu finden.







