Freiheit & Bequemlichkeit


Dass eine offene Gesellschaft nichts Selbstverständliches ist, sondern Feinde hat und gegen diese verteidigt werden muss, betonte schon eindrücklich der Philosoph Karl Popper. Dieses Buch behauptet nun, ihr größter Feind sei die Bequemlichkeit der Bürgerinnen und Bürger. Denn eine offene Gesellschaft kann es nur als eine kritische und selbstkritische Gesellschaft geben. Das ist jedoch zunehmend schwierig, denn unsere globalisierte Welt ist komplex und immer unübersichtlicher. Deshalb gewinnt autoritäres Denken immer mehr Anhänger. Statt sich mit der Wirklichkeit zu befassen, erfindet es seine eigene Wirklichkeit. Das ist einfach und verführerisch – aber falsch. Stattdessen braucht es heute mehr denn je die Einsicht, keine letztgültigen Wahrheiten gepachtet zu haben – mehr Demut also. Und gleichzeitig müssen die vielfältigen Auswirkungen des eigenen Handelns rational reflektiert werden. Politik in einer offenen Gesellschaft bedeutet Trial-and-Error: ein ständiges Infragestellen der Lösungsansätze und deren ständiges Korrigieren. Das ist anstrengend und unbequem. Und die Menschen müssen dafür begeistert werden. Dieses Buch versucht es.

Stefan Brunnhuber
Die offene Gesellschaft
Ein Plädoyer für Freiheit und Ordnung im 21. Jahrhundert
oekom, Februar 2019
176 Seiten, 20.00 Euro
978-3-96238-105-9
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Günther Hartmann

Günther Hartmann

Jahrgang 1965, studierte Architektur und war nach dem Diplom zunächst in verschiedenen Architektur- und Stadtplanungsbüros tätig. Seit 2008 arbeitet er hauptberuflich als Journalist. In die ÖDP trat er 1998 ein und ist seit 2006 Verantwortlicher Redakteur der ÖkologiePolitik.

 

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