Kommunalwahl 2025 und ein klarer Blick nach vorn
23. Dezember 2025
Die Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen hat uns ein vielschichtiges Ergebnis beschert. Besonders gefreut hat uns, dass unser erst kürzlich gegründeter Ortsverband Warendorf aus dem Stand ein Mandat erringen konnte – und das in der Hauptstadt des Pferdesports, wo wir bislang noch keine kommunale Vertretung hatten. Das zeigt eindrucksvoll, dass sich Einsatz, Glaubwürdigkeit und das Einbringen klarer Werte lohnen – auch und gerade dort, wo wir Strukturen ganz neu aufbauen.
Ebenso konnte der Kreisverband Höxter/Bad Driburg einen besonderen Erfolg verbuchen: In der Stichwahl für das Bürgermeisteramt setzte sich ein parteiloser Kandidat durch, der im Wahlkampf deutlich sichtbar von der ÖDP unterstützt wurde. Dieses Ergebnis macht deutlich, dass wir auch durch Bündnisse und glaubwürdige Partnerschaften vor Ort Wirkung entfalten können.
Leider mussten wir in anderen Kommunen auch Mandatsverluste hinnehmen. Das ist bedauerlich – gerade dort, wo engagierte Mitglieder über Jahre hinweg Aufbauarbeit geleistet haben. Trotz allem sind wir fast überall dort, wo wir bereits vertreten waren, weiterhin in den Räten sichtbar.
Natürlich werden wir – in enger Zusammenarbeit mit den Aktiven vor Ort – genau analysieren, warum wir manches Ergebnis nicht halten oder verbessern konnten. Aber wir sind überzeugt: Jetzt nur Wunden zu lecken, bringt uns nicht voran. Wir brauchen den Blick nach vorn, um zielgerichtet weiterzuarbeiten.
Denn die Kommunalwahlen sind kein isoliertes Ereignis. Sie spiegeln in weiten Teilen die Stimmung in der Bundespolitik wider. Extreme Tendenzen sind deutlich sichtbar, während die moralische, gemeinwohlorientierte Mitte – die nicht durch Krawall, Lautstärke oder provozierende Parolen auffällt – oftmals weniger Gehör findet. Hinzu kommt eine zunehmende Zergliederung der Parteienlandschaft, die es kleineren, sachorientierten Kräften wie uns erschwert, stabile Mehrheiten zu bilden und Stimmenanteile zu sichern.
Volksbegehren für ein böllerfreies NRW

Ein heller Moment im zurückliegenden Wahlkampf war der erfolgreiche Start unseres Volksbegehrens für ein Böllerverbot in NRW. Von den RTL-Landesnachrichten bis hin zu einem Leitartikel in einer der führenden NRW-Tageszeitungen – unser Anliegen hat ein enormes Echo gefunden. Die Resonanz zeigt: Wenn die ÖDP Themen setzt, werden diese gehört und stoßen gesellschaftliche Debatten an.
Gleichzeitig haben wir jedoch erlebt, dass verwaltungsrechtliche Hürden und formale Verfahren für erhebliche Verzögerungen gesorgt haben. Diese Verzögerungen führten dazu, dass das Volksbegehren erst nach Abschluss der rechtlichen Klärungen offiziell starten konnte – zu spät, um noch im Kommunalwahlkampf medial aufgegriffen zu werden. Auch wenn dies ärgerlich war, nehmen wir die Botschaft mit: Unsere Themen sind stark, und sie werden uns auch über den Wahltag hinaus tragen. Wie es mit dem Volksbegehren weitergeht, erfahren Sie auf der Webseite www.boellerfrei.nrw (zum Redaktionsschluss lief noch die Unterschriftensammlung für den Zulassungsantrag).
Vorbereitungen für die Landtagswahl 2027
Mit dem Tag nach der Kommunalwahl hat für uns in NRW bereits die nächste Etappe begonnen – der Vorlauf für die Landtagswahl 2027. Das Volksbegehren ist dafür ein starker Auftakt, der unseren Herzensanliegen des Menschen- und Umweltschutzes Sichtbarkeit verleiht und unseren Anspruch unterstreicht, als konstruktive und gemeinwohlorientierte Kraft die politische Landschaft mitzugestalten.
Auf unserem Landesparteitag im November werden wir die strategischen Weichen für die Landtagswahl stellen. Wir wollen unsere Arbeit in den Kommunen stärken, unsere Strukturen ausbauen und durch gezielte Aktionen weiterhin gesellschaftlich präsent sein.
Unser Dank gilt allen Mitgliedern, Kandidatinnen und Kandidaten, Unterstützerinnen und Unterstützern. Diese haben mit Herzblut Wahlkampf geführt, Gespräche gesucht, Plakate gehängt, Flyer verteilt und die ÖDP in ihren Orten sichtbar gemacht. Gemeinsam gehen wir weiter – konsequent, mutig und mit der Überzeugung, dass eine faire, nachhaltige und gemeinwohlorientierte Politik mehr denn je gebraucht wird.
Dieser Beitrag erschien in der Dezember-Ausgabe 2025 der ÖkologiePolitik.

