Mehr Positives!
12. Dezember 2025
Man ist ja immer auf der Suche nach „was Positivem“. Hier bitte: In Niederbayern, nicht direkt vor meiner Haustür, aber fast in Sichtweite, hat die Donau ein neues Seiten-Fließgewässer bekommen! Ja, wirklich! Mit sehr viel Bagger- und Lkw-Arbeit wurde ein Nebenfluss mit einer variablen Breite von 20 bis 65 m „gebaut“. In den kommenden Jahren wird eine neue Auenlandschaft entstehen. Auch die Donaudeiche aus früheren Zeiten werden streckenweise zurückverlegt. So bekommt die Donau mehr Platz, was das nächste Hochwasser abschwächen kann.
Und es wird noch viele Jahre so weitergehen: Auf 70 km Länge wird die Donau weiter frei fließen und ökologisch wie schifffahrtstechnisch verbessert werden. Dass das alles so erstellt wird, war eigentlich nicht geplant. Geplant war die Kanalisierung des Flusses samt dem Bau dreier zusätzlicher Staustufen. So wäre aus dem Strom ein Stausee geworden. Fauna und Flora wären verarmt. Jetzt werden wir eine Bereicherung erleben.
Wer hat´s gemacht? Es war eine breite Bürgerbewegung rund um die großen Naturschutzverbände. Die Kommunalpolitikerinnen der ÖDP – Ja, es waren vor allem engagierte Frauen! – waren maßgeblich mit dabei. Man hat über Jahrzehnte aufgeklärt und Widerstand auf allen Ebenen geleistet. Die anfangs chancenlose „Variante A: maßvolle Verbesserungen für die Schifffahrt ohne Kanal und Stau“ wurde am Ende zur Siegerin im Planfeststellungsverfahren. Sogar ökologische Begleitmaßnahmen wie das oben erwähnte Nebengewässer wurden zusammen mit einem verbesserten Hochwasserschutzkonzept Realität.
Wenn jetzt die Regierung Merz/Söder/Klingbeil die Mitwirkungsmöglichkeiten der Naturschutzverbände bei Großprojekten einschränkt, dann bedeutet das auch, dass Planungskorrekturen wie beim Donauausbau in Zukunft verhindert werden. Das ist dann aber leider gar nicht positiv …

