Neben den hohen CO2-Emissionen erzeugen Verbrennermotoren für weitere große Probleme. – Foto: ElasticComputeFarm/pixabay.com

Kompass Orange

Gift oder Fortschritt?

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Nur mal angenommen, wir hätten kein Klimaproblem: Gäbe es dann noch Gründe, die Verbrenner-Technik beim Auto kritisch zu sehen? Ja! Es gibt mindestens drei:

Zum ersten muss mal wieder festgestellt werden, dass das, was aus dem Auspuff kommt, ziemlich giftig ist: Stickoxide schädigen die Atemwege und das Herz-Kreislaufsystem. Benzol ist krebserregend. Ruß auch. Und Formaldehyd ist ein aggressives Reizgas. Übrigens: Ein Auspuffrohr ist deutlich näher an den Nasen von Kindern als an den Atmungsorganen von Erwachsenen! Der Weg des Giftes in den Kinderkörper ist daher sehr viel kürzer. Die Wahrscheinlichkeit, eine größere Menge schädlicher Stoffe aufzunehmen, ist daher gerade für Kinderwagenpassagiere hoch.

Zum zweiten ist daran zu erinnern, dass die Lieferanten des Treibstoffes sehr oft mit der Finanzierung und Förderung von Krieg, Terror und Missachtung der Menschenrechte zu tun haben.

Drittens ist das Herausholen von Erdöl eine sehr schmutzige Sache: Naturzerstörung, Meeresverschmutzung, Korruption, Bürgerkrieg.

Also angenommen, das Klimaproblem gäbe es gar nicht (oder es wäre uns herzlich egal) – sollten wir nicht trotzdem dafür dankbar sein, dass es jetzt Chancen gibt, die sehr problematische Verbrenner-Technik bei PKW und ÖPNV-Bus endlich durch eine bessere zu ersetzen?

Leider kommen manche Politiker zu ganz anderen Entschlüssen: Sie sehen im Ergebnis der Europawahl – Rechte lieben Raserei, Gestank und Radau! – den Auftrag, den in der EU bereits beschlossenen Abschied vom Verbrenner zu verzögern oder sich ganz davon zu verabschieden. Liegt diesen Leuten das Einatmen von Giften ebenso am Herzen wie die finanzielle Ausstattung von Kriegsfürsten und Despoten? Man möchte es einfach nicht glauben.

Lieber Herr Lindner, lieber Herr Merz, liebe Herren Weber und Söder, Gesundheit und Fortschritt sind etwas Schönes!