Für alle?
13. Februar 2026
Mit einem gut besetzten Omnibus fährt man sehr energieeffizient von A nach B. Das zeigen seriöse Studien. Jetzt wird aber ein Omnibus auf den Weg gebracht, vor dem es einen gruseln sollte: Es geht nicht um den ÖPNV oder um Tourismus. Es geht um Gift.
„Omnibus“ nennen die Leute in Brüssel ein Verfahren, mit dem auf einen Schlag vieles geregelt werden soll. Alles in einem Rutsch – so konnte man auch sagen. In diesem Omnibus soll z. B. eine unbefristete Zulassung von Pestiziden transportiert werden. Falls also später mal neue, problematische Erkenntnisse auftauchen, kann das Zeug trotzdem weiterverkauft und verwendet werden.
Bereits verbotene Spritzmittel sollen künftig länger „übergangsweise“ versprüht werden – man wirft ja ungern etwas weg! Und besonders ärgerlich: Sollten in einem einzelnen Mitgliedsstaat neue Erkenntnisse zur Gefährlichkeit eines Mittels gewonnen werden, dann dürfte das in der EU nicht mehr berücksichtigt werden.
Man wird es schon gemerkt haben: Der Omnibus fährt auf der Linie „Bürokratieabbau“. In diese Richtung fährt man momentan gerne. Wenn einen was stört, z. B. strenge Zulassungsbedingungen für Gifte in der Landwirtschaft, dann packt man das in den Bürokratieabbau-Omnibus. „Omnibus“ ist übrigens lateinisch und heißt „Für alle“. Da habe ich meine Zweifel: Ich glaube, dass dieser Omnibus nur für ein paar Chemiekonzerne fährt.
Losgeschickt wird der „Food and Feed Safety Omnibus“ (schöner Name!) von der EU-Kommission. Ursprünglich sollte noch mehr Unappetitliches eingepackt werden. Das haben Proteste schon vor Weihnachten verhindert. Aber die aktuellen Fahrgäste sind immer noch fragwürdig genug. Deshalb ist es gut, sich vor der Abstimmung im Parlament noch einmal zu Wort zu melden. Das Münchener Umweltinstitut macht es einem sehr leicht, an regionale EU-Abgeordnete eine Mail zu schicken.
Umweltinstitut München e. V.
Mail for EU: Pestizidpaket stoppen!
Protest-Aktion an EU-Abgeordnete
www.t1p.de/1zmce

