Eine Frau mit einem alkoholischen Getränk. Foto: zavtrak92 / pixabay.com

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Was jeder zum Thema Alkohol wissen sollte

Im Rahmen einer genetischen Untersuchung kam ich mit einer Humangenetikerin über die gesundheitlichen Risiken des Alkoholkonsums, insbesondere für Frauen, ins Gespräch.

Dabei fiel die Aussage, dass allein im Stadtteil Berlin-Westend mit rund 44.000 Einwohnern (DRK-Krankenhaus) monatlich etwa 200 bis 250 neue Krebserkrankungen diagnostiziert werden. Diese Zahl ist alarmierend, da das Gesundheitssystem solche Belastungen langfristig kaum auffangen kann. Einer der Faktoren für diese Entwicklung ist der vergleichsweise nachlässige gesellschaftliche Umgang mit Alkohol.

Alkohol ist ein Zellgift, und bei regelmäßigem oder häufigem Konsum ist der Körper irgendwann nicht mehr in der Lage, diese Belastung zu kompensieren. Mindestens 16 % der gesamten Brustkrebsfälle sind auf den Alkoholkonsum zurückzuführen.

Neuere Studien zeigen zudem, dass Frauen aufgrund des höheren Fettgehalts im Gewebe – insbesondere im Brustbereich – ein deutlich erhöhtes Krebsrisiko haben, vor allem in Bezug auf Brustkrebs. Diese Erkenntnisse machen deutlich, dass man an den Ursachen ansetzen muss, anstatt weiterhin zuzulassen, dass Alkohol so leicht und günstig verfügbar ist. Hier ist die Politik gefordert. Durch höhere Besteuerung – ähnlich wie bei Zigaretten – ließe sich der Konsum wirksam begrenzen. In skandinavischen Ländern, in denen dies seit Jahren praktiziert wird, konnte ein Rückgang entsprechender Erkrankungen verzeichnet werden.

Es kann nicht sein, dass in einer Tankstelle ein Bier günstiger ist als eine Flasche Wasser.

Wenn dieser Trend nicht umgekehrt wird, droht dem Gesundheitssystem eine massive Überlastung. Überlebt eine an Krebs erkrankte Person im Durchschnitt etwa zehn Jahre, entstehen in dieser Zeit Kosten von rund einer Million Euro – von den menschlichen Tragödien ganz abgesehen.

Hier besteht dringender politischer Handlungsbedarf, z. B. durch vergleichbare Maßnahmen wie in den skandinavischen Ländern. Und es braucht eine bundesweite Aufklärungskampagne, damit die Bevölkerung informiert entscheiden kann, ob und in welchem Umfang sie Alkohol konsumiert. Verbot ist keine Lösung, aber Aufklärung ist eine Maßnahme, die sicher schon zu einem bewussteren Umgang mit diesem Zellgift führen kann.

Auch mir war bewusst, dass Alkohol schädlich ist. Dass das Risiko jedoch für Frauen erheblich höher ist, war mir nicht bekannt – obwohl ich mich seit jeher mit Gesundheitsthemen befasse. So wird es vielen Frauen gehen. Genau deshalb ist Aufklärung an dieser Stelle so wichtig.

 


 

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