Weihnachten – ein gutes Zeichen für uns alle
19. Dezember 2025
Mit Erscheinen dieser neuen Ausgabe unserer ÖP sind wir bereits mitten in der Adventszeit. Sie wird in Bayern auch die „stade Zeit“ – „stille Zeit“ – genannt, weil sie in der christlichen Tradition eine Zeit der Besinnung, des In-sich-Gehens und der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest sein soll. Natürlich sind wir in dieser Zeit fast alle irgendwie mit den Vorbereitungen auf das Fest beschäftigt. In den meisten Fällen dürften diese Vorbereitungen aber eher als hektisch empfunden werden, weil sie oft auf ganz andere Dinge abzielen. Schließlich soll das Fest ja wieder besonders schön werden.
Auch in einigen Landesverbänden sind viele in diesen Tagen und Wochen unterwegs und mit Vorbereitungen beschäftigt. Im kommenden Frühjahr ist Landtags- oder Kommunalwahl und da muss noch etliches geschafft werden: Aufstellungsversammlungen abhalten, Unterschriften sammeln, Plakate und Flyer vorbereiten usw. Dann wird mancher feststellen: Wir sind mal wieder viel zu knapp dran, aber das muss jetzt noch alles über die Bühne. Etliche in der Partei stehen da zwischen Aufbruch und Verzweiflung. Bei den Kommunalwahlen bleibt es ja noch spannend, wie viele Kandidaten man durchbringt, aber bei den Landtagswahlen stellt sich sofort unsere Standardfrage: Lohnt sich das überhaupt, der ganze Aufwand und Einsatz, wenn wir ja kaum eine Chance haben, die Hürde zu überspringen und hineinzukommen? Die Antwort darauf muss laut und deutlich kommen: Ja, es lohnt sich – aus mehreren Gründen. Erstens, weil wir im Gespräch bleiben bzw. unseren Bekanntheitsgrad erhöhen müssen; zweitens, weil wir als politische Partei auch einen politischen Auftrag zu erfüllen haben und unser politisches Angebot in die Waagschale werfen müssen; und drittens: Wenn wir wirklich das beste Programm haben, dann muss das unter allen Umständen unter die Leute. Denn das beste Programm nützt nur etwas, wenn es auch bekannt und umgesetzt wird. Eigentlich ist es dann aber für jede und jeden, der oder die davon überzeugt ist, Pflicht und Aufgabe, das weiterzusagen und weiterzutragen. Und wir dürfen dies mit dem besten Gewissen tun, denn wir tun es – wie unsere Goldene Regel sagt – nicht allein für uns selbst, sondern für unsere Mitmenschen, für unsere Um- und Mitwelt und für die zukünftigen Generationen. Dann ist das aber eigentlich eine missionarische Aufgabe für uns alle.
Wir haben damit eine wirklich lohnende Aufgabe vor uns!
Am Anfang unserer wie auch jeder anderen anständigen Strategie stehen die beiden Überschriften „Vision“ und „Mission“: Die Vision – unsere Vision von einer besseren Welt, in der auch unsere Kinder und Enkel miteinander gut leben können; in der die ganze Vielfalt der Natur um uns herum sich möglichst frei entfalten kann und unsere Kinder und Enkel diese Wunder der Schöpfung weiterhin erleben dürfen. Daraus folgt die Mission, dass wir alles dafür tun, dass diese Vision auch zur Wirklichkeit wird. Das ist der eigentliche Auftrag unserer Partei aus unserem Grundsatzprogramm und allen anderen Programmpunkten und Themen heraus, denn unser Programm strebt reale politische Verbesserungen an. Wir haben damit eine wirklich lohnende Aufgabe vor uns! Also: keine Zeit und kein Anlass für Verzagtheit und Selbstzweifel, sondern Motivation, ins Handeln zu kommen, neu aufzubrechen und selbstbewusst für das beste aller Programme zu werben. So können wir die Menschen um uns herum für unsere Lösungen aktueller Probleme gewinnen.

Es ist damit dann eigentlich wie Weihnachten: Für die Menschen, die das damals in Bethlehem als Erstes erlebt hatten, war das Kind in der Krippe das Zeichen für den Aufbruch in eine neue Zeit. Die Menschen sind aufgebrochen zur Krippe, um sich von der Botschaft zu überzeugen; und dann haben sie alles darangesetzt, diese Botschaft weiterzuverbreiten. Das hat dann auch die gesamte Christenheit auf Erden getan bis zum heutigen Tag.
Weihnachten – ein gutes Zeichen für uns alle: als Christen, uns an diesen Aufbruch und Neuanfang zu erinnern, der von dem Kind in der Krippe ausgeht; als Nicht-Christen, es vielleicht als Metapher zu sehen und für sich persönlich zu überlegen, wo man etwas Neues angehen möchte. Und als Partei, den Neuaufbruch zu wagen und unsere Botschaft – unser Programm und unsere Lösungen – bekannt zu machen, damit wir dem darin enthaltenen Anliegen eines guten Lebens für alle auf diesem Planeten wenigstens ein Stück näher kommen.
Diesen Aufbruch wünsche ich Ihnen und Euch – und damit schon jetzt ein gesegnetes Weihnachtsfest sowie einen mutigen Aufbruch in ein neues Jahr 2026!
Ihr/Euer Bundesvorsitzender Günther Brendle-Behnisch
mit dem ganzen ÖDP-Bundesvorstand
Dieser Beitrag erschien in der Dezember-Ausgabe 2025 der ÖkologiePolitik.

